Er kam auf dem alten Familienschloss zur Welt und verbrachte dort die ersten Jahre seiner Kindheit. Er wurde höfisch erzogen und empfing bereits im Kindesalter die Tonsur als Zeichen der Übereignung an Gott, aber auch, so sein moderner Monograf, zum Zeichen dafür, dass er später einmal von einer Pfründe leben sollte. Er dürfte Mitte 20 gewesen sein, als er von zu Hause fortzog und in einer Provinzstadt im Haus eines Schatzmeisters die Stellung eines Pagen antrat. Da mochte er vielleicht ein angenehmes Leben führen und eine sichere Karriere als Offizier oder Beamter erwarten.

In seiner Lebensgeschichte, die er später seinem Sekretär diktierte, heißt es: Bis zum Alter von 26 Jahren war er nur den Nichtigkeiten der Welt ergeben und hatte besonderen Gefallen am Waffendienst, verbunden mit dem eitlen Verlangen, sich dadurch Ehre zu gewinnen. Und sein Monograf schreibt: Dass er ein wenig zum Raufbold neigte, ist nicht zu bezweifeln, fügt aber hinzu, dass ein anderer Biograf von ihm berichtet, er habe jedesmal zur Mutter Gottes gebetet, bevor er sich im Duell schlug.

Sein Leben änderte sich, nachdem er als Offizier an einem Krieg teilgenommen hatte und dabei schwer verwundet worden war. In der Zeit der Genesung wandte er sich religiöser Literatur zu, mit wachsendem Interesse. In der später entstandenen Legende heißt es, dass dem Genesenden der Apostel Paulus erschien und dass er eine Marienvision erlebte.

Nach seiner Genesung machte er sich auf den Weg nach Jerusalem. Diese Wallfahrt unternahm er als Sühne für die in seinem früheren Leben begangenen Sünden. Indes schob er dieses Unternehmen erst einmal auf, weil er meinte, sich noch erst gründlicher vorbereiten und sammeln zu müssen. Er nahm Zuflucht zum Gebet und zum strengsten Fasten. Das brachte ihm Klarheit, und er begab sich nach Barcelona, um von da per Schiff zunächst nach Italien zu kommen. In Barcelona musste er einen Kapitän finden, der ihn kostenlos nach Venedig mitnahm. Denn seine schönen Kleider und sein Geld hatte er verschenkt, weil er ein armer Pilger sein wollte.

Die Legende zeigt ihn aber zugleich als einen Auserwählten. Da heißt es: In Barcelona versäumte er ein Schiff, das dann mit allen Insassen unterging.

Auf dem zweiten erlebte er einen furchtbaren Sturm. Der Weg von Gaeta nach Venedig führte ihn über Rom, wo er als guter Pilger den Segen des Papstes erbat. Auf dem Weg nach Venedig geriet er in die äußerste Not. Da nämlich die Pest das Land heimsuchte, fürchteten die Bewohner sich vor jedem umherziehenden Fremden. Bei Fondi wurde er selber krank. Für den ganz Verlassenen und Mittellosen gab es fast keine Hoffnung mehr. Aber er stand doch wieder auf und wankte weiter. In Venedig erlangte er durch das Wohlwollen eines reichen Spaniers die Überfahrt auf einem gerade auslaufenden Schiff. Doch weil er noch krank und ohne Geld war, hatte er viel auszustehen, so von den Türken, die den Pilgern alles abnahmen und dabei mit dem Allerschlimmsten drohten.

Und im Heiligen Land erlebte er auch die Habgier und Bestechlichkeit der Beamten. Ihm aber gelang es trotz alledem und noch ohne Geld, dank der Mildtätigkeit seiner Begleiter alle Stätten zu besuchen. Und ursprünglich wollte er in Jerusalem bleiben und dort die Ungläubigen bekehren, aber die Franziskaner, denen die Überwachung der Heiligen Stätten oblag, wollten ihn nicht zulassen, angeblich, weil sie ihn für einen Schwärmer hielten. Sie sollen sogar gedroht haben, ihn exkommunizieren zu lassen. Da zog er sich zurück.