Tempo, Tempo, wir spielen mit. Wir kennen uns aus in Warenwelten. Und erproben nun das große Kunst-Stück des 33-jährigen Berliners Michael Majerus im Kölnischen Kunstverein (bis 22. Dezember), ein Beispiel cleveren Spaß- und Kunstdenkens, das zeigt, wo es heute langgeht - auf einer Skater-Rampe nämlich, so bunt wie das Leben selbst, so ideal geschwungen und solide getischlert wie dies städtische Ämter und andere Hüter von Jugendkultur schwerlich hinkriegen, schon aus Finanzierungsgründen. Dass die Rampe auch Reflexionsschüben dienen soll, ist in vielerlei Alltagsdekoration zwischen Bonbon- und Baumarktwerbung gut getarnt. "If we are dead, so it is", lautet die Botschaft des mit Insignien flüchtigen Zeitgeistes bemalten Objekts. Ach, James Dean und die schwarzweiße Filmvergänglichkeit. Majerus' Denkmal der Geschwindigkeit füllt den Raum: 42 Meter lang, 10 Meter breit, ist es präsent, betretbar, mit Skates zu befahren, von einem Gerüst einzusehen. Wer es als Kunstwerk ernst nimmt und langsam erwandert, sieht am meisten. "Fuck the intention of the artist", schreibt der Künstler im Begleittext der Installation. Was wir nicht wollen und weswegen wir uns anderen Notaten zuwenden: "Die Absichten des Künstlers werden überbewertet" - danke, Beuys.

Und: "Das Befreiende des Malens vom Thema Ausdruck" - auch eher kunstimmanent. Neu an der Offensive von Michael Majerus ist sein Sprung ins Sportive und dessen Aufforderung zum Gebrauch des großen Ganzen. Die größtmögliche Kongruenz von Malerei mit ihrer Zeit sieht der Veranstalter darin. Kulturkritisches mag dahinter erkennen, wer will. Kölner Skater-Clubs jedenfalls interessieren sich brennend für die Übernahme des Objekts. Und wenn die Kids erst mal darauf herumsausen, dann erkennen sie sowieso nichts mehr.