Bücher wie dieses belächelt die wichtige Welt: klein und ostdeutsch der Verlag, der Autor sozusagen namenlos und das Thema, wie es scheint, der Inbegriff von Provinzialität. Was der Mecklenburger Harri Engelmann (Jahrgang 1947) unter Reminiszenzen an meine Verteidigungsbereitschaft versammelt, sind Geschichten von der Nationalen Volksarmee. Vielleicht gerade noch erlaubt wäre im Jahre zehn der deutschen Einheit ein hammerharter NVA-Enthüllungsreport. Doch Engelmann, im Zivilberuf Autoverkäufer, offeriert das Schlimmste: den Soldatenschwank.

So denkt man, denn so liest man - eine Weile. Dann lacht man wider Willen, denn all die Anekdoten von Klopper Ganter und Anscheißer Bronski, von dem vertierten Oberstleutnant Gubblich und dem thüringischen Dorfgnom Moroni sind so komisch wie lakonisch aufgeschrieben. Der Mensch liebt ja das Arge, das er glimpflich überstanden hat. Was Engelmann pars pro toto erlebte, widerfuhr Millionen von Armisten und wurde immer heiterer, je länger es vergangen war.

Selten so gelacht wie beim Barras, da sind Ost und West sich einig.

Der Soldatenschwank ist das klassische Medium männlicher Mündlichkeitskultur.

Seriös verschriftbar hingegen scheint nur die Tragödie, die Ohnmacht des Einzelnen im Apparat, die Zermahlung der Seele in der Militärmaschinerie.

Aber je länger man liest und lacht, desto deutlicher schleicht sich in den Japanischen Garten ebendieses Thema ein. Harri Engelmann hat keinen Krieg zu beschreiben, keine Leichen, keinen extraordinären Wahnsinn. Hier verbürgt der absurde Alltag die Gültigkeit des Textes. Das Erzähl-Ich, das man wie aufgefordert für den Autor nimmt, ist weniger Opfer als ein Volksgenosse mit intaktem Arsch-an-die-Wand-Instinkt. Wozu der Soldat und junge Familienvater E. im Ernstfall imstande gewesen wäre, lässt er dankenswerterweise offen.

Oder nicht?