Großstaudämme sind von Übel. Davon ist die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul schon lange überzeugt. Nun hat dies auch die vor zweieinhalb Jahren eingesetzte internationale Weltstaudamm-Kommission(WDC) bestätigt. Die zwölf Experten aus Regierungen, NGOs und der Staudammindustrie (Siemens) stellten in ihrem in London vorgestellten Bericht fest, dass "viele Dämme nicht auf der Grundlage einer objektiven Abschätzung technischer, finanzieller und ökonomischer Kriterien gebaut wurden, ganz zu schweigen von den sozialen und ökologischen Kriterien". Immerhin zwischen 40 und 80 Millionen Menschen mussten laut WDC den fragwürdigen Projekten bislang weichen. In ihrer Kritik bestätigt fühlt sich nun auch Heffa Schücking von der Umweltorganisation Urgewald. Sie fordert die Regierung in Berlin auf, das WDC-Votum bei ihrer Entwicklungspolitik zukünftig zu berücksichtigen.