Spät, aber nicht zu spät hat er die Vorzüge der muslimischen Kultur entdeckt.

Wladimir Shirinowskij, russischer Rechtsausleger und Autor des Buches Letzter Sprung nach Süden, schlug in der Duma vor, die Polygamie in Russland einzuführen. Damit nahm er ein von Moskau abgelehntes Projekt des inguschetischen Präsidenten Ruslan Auschew wieder auf. In der Begründung für die Gesetzesinitiative führte Shirinowskij Folgendes aus: "Ein Beispiel. Da lebt ein Paar, er ist ein guter Kerl, sie eine gute Frau, nur die Tochter ist leider behindert. Aber er will ein gesundes Kind und geht zu einer anderen Frau. Sie gebiert ihm ein gesundes Kind, und seine Frau weiß davon. Er will seine Ehefrau nicht verlassen, kann aber die andere Frau nicht heiraten. Dann stirbt die Tochter, danach die Frau, darauf die Geliebte und schließlich der Mann. Da haben Sie das Ergebnis: vier Leichen." Shirinowskijs Gesetzesinitiative, obwohl von 15 Abgeordneten unterstützt, konnte sich gegen den Starrsinn von 241 Deputierten nicht durchsetzen.

Teufel auch.

The devil made us do it, so sagt man in Amerika, wenn man etwas verpatzt hat: Der Wahlnachtsdruckteufel hat am Ende des Essays von Christoph Bertram in der vergangenen Ausgabe (Auf dem Gipfel der Macht, ZEIT Nr. 46/00, Seite 3) den Hinweis auf den gerade erschienenen Sammelband vernichtet, dem der Text entnommen war.

Peter Rudolf/Jürgen Wilzewski (Hrsg.): Weltmacht ohne Gegner, Amerikanische Außenpolitik zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Stiftung Wissenschaft und Politik/SWP, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2000, 58,- DM