Dieser Artikel hat mich mehr als befremdet. Nicht allein wegen des herablassenden Tons, sondern wegen der merkwürdigen Schuldzuweisung: Die Palästinenser sind selbst schuld daran, dass sie getötet werden, weil sie die Israelis dazu provozieren. Sie zitieren Sakhar al-Habash als einen der Chefideologen der Fatah: Die Unruhen seien initiiert, man wolle ein Blutopfer des Volkes bringen, der Plan sei, ein zweites Kosovo-Szenario zu schaffen.

Ich konnte nicht glauben, dass er das gesagt haben soll, und habe über Ghassan el-Khatib vom Jerusalem and Communication Center (für viele Journalisten, die in der Region arbeiten, eine wichtige Referenz) bei al-Habash nachgefragt.

Dieser antwortete mir: "Ich habe mich in dem Gespräch für eine Internationalisierung des Konfliktes ausgesprochen. Daraufhin hat Frau Dachs gefragt: Wie im Kosovo? Ich habe diese Frage bejaht. Die Fatah lehnt das Märtyrertum grundsätzlich ab. Wir sind dagegen, dass unsere jungen Leute erschossen werden, aber wir können sie von ihren Protesten nicht abhalten. Es herrscht unter ihnen ein großer Druck, sich zu beweisen."

Nadja Odeh, Baden-Baden