Peter Huber (45), seit fast zwanzig Jahren Betriebsleiter der Bayerischen Zugspitzbahn, über Sicherheit im Tunnel Die Zeit: Wie die Kitzsteinhornbahn fährt auch die Zugspitzbahn durch einen Tunnel. 4,7 Kilometer. Gibt es Vorkehrungen für den Katastrophenfall?

Peter Huber: Ja. Alle Türen der Waggons sind von Hand durch einen Notentriegelungshaken zu öffnen. Wie in einem Bus kann man mit einem Nothammer die Fenster einschlagen. In jedem Wagen gibt es mehrere Feuerlöscher. Unser Personal hat eine elfseitige Dienstanweisung für das Verhalten im Brandfall. Erst vor einem Jahr zum letzten Mal korrigiert. Wir befahren und begehen den Tunnel immer wieder zu Übungszwecken.

Zeit: Soll der Zug weiterfahren, soll er halten?

Huber: Der Zugführer muss entscheiden. Wo ist die nächste Rettungskammer - oben oder unten? Je nachdem muss er die Führerkabine wechseln.

Zeit: Angenommen, es gelingt, aus dem Waggon zu kommen. Wie stehen die Chancen, sich schnell zu retten?

Huber: Die Kitzsteinhornbahn hat eine Steigung von 43 Grad, die der Zugspitzbahn beträgt nur 13 Grad, das entspricht einer Steigung von 25 Prozent, also der einer Passstraße. Das Weglaufen ist einfacher. In den Tunnelseiten sind sechs Rettungskavernen eingebaut. Mit feuer- und rauchdichten Türen. Mit Decken, Bänken, Licht. Drei haben Ausgänge direkt ins Freie.

Zeit: Gibt es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um den Kamineffekt zu vermeiden?