Brok: Guten Morgen.

Heinlein: Herr Brok, "ein wichtiges Treffen von großer Bedeutung", so Außenminister Joschka Fischer vorab zum heutigen Gipfel. Teilen Sie diese Einschätzung?

Brok: Ich glaube schon, dass dieses Treffen zum richtigen Zeitpunkt stattfindet und dass damit die Chance verbunden ist, dass den Völkern des Westbalkans vermittelt wird, dass es ernst gemeint ist, diese Staaten in die Familie Europas, in die Demokratien hineinzubringen.

Heinlein: Worum geht es denn bei den heutigen Gesprächen in Zagreb, zu sagen ihr seid uns herzlich willkommen, die Tür nach Brüssel ist offen, oder wie soll die politische Botschaft genau lauten?

Brok: Jetzt geht es erst einmal darum, dass man ihnen das Angebot einer Kooperation macht, so dass sie ihre Länder zu wirklichen rechtstaatlichen Demokratien entwickeln können, die auch die entsprechende wirtschaftliche Leistungskraft mit sich bringt. Die Mitgliedschaft innerhalb der Europäischen Union ist sicherlich noch in weiter Ferne und wir müssen uns, glaube ich, in Europa zunehmend überlegen, ob wir nicht auch Angebote machen, die nicht unmittelbar mit der Mitgliedschaft zu tun haben.

Heinlein: Sie sagen, die politische Mitgliedschaft in der EU ist in weiter Ferne. Also geht es in Zagreb zunächst um politische Gesten, um symbolische Politik?

Brok: Nein. Ich glaube, wenn wir diesen Ländern helfen, ihren Aufbauprozess zu machen, und ihnen auch gleichzeitig helfen, die notwendigen demokratischen Strukturen zu entwickeln, dann ist das schon sehr viel. Natürlich müssen wir gleichzeitig eine Perspektive aufzeigen, damit sie wissen wohin die Reise gehen kann, wenn sie entsprechende Entwicklungsfortschritte machen.