Müller: Guten Morgen Herr Meurer.

Meurer: Werden Sie denn eigentlich aus Münster ein Ergebnis zur Frage bekommen, warum dieses eine Rind überhaupt BSE bekommen hat?

Müller: Nein, das werden wir nicht bekommen. Wir werden über die Unterstützung aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen darüber informiert, ob noch weitere Rinder des betroffenen Landwirts aus Rendsburg-Eckernförde BSE-infiziert waren. Wir kriegen aber keine Erklärung. Insofern werden wir dort angesichts der drei Alternativen, die es gibt, leider nach wie vor im Dunkeln tappen.

Meurer: Die drei Alternativen sind welche?

Müller: Die eine Variante wäre gewesen, dass es eine Mutter-Kind-Übertragung gegeben hat. Das können wir aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, weil die Mutter recht alt geworden ist, sechs Jahre, und bis dahin keine Anzeichen von BSE gezeigt hat. Sie ist inzwischen nur geschlachtet, also so nicht mehr nachvollziehbar.

Die zweite Variante ist das Tiermehlfutter. Da beteuert der Landwirt - und nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung -, er hätte kein Tiermehl, zumindest nicht absichtlich verfüttert. Dort wird zur Zeit die Futterkette untersucht bis hin zum Futtermittellieferanten. Das Problem ist nur, man muss wissen: Wenn, dann ist das Jungtier am Anfang infiziert worden, also vor vier Jahren. War damals etwas im Futter, ist die Frage. Die dritte Möglichkeit ist die sehr unwahrscheinliche, aber denkbare Variante einer Spontanerkrankung, das heißt eine genetische Veranlagung für das Rind ohne weitere Einflüsse.

Meurer: Um bei der wahrscheinlichen Variante des Tiermehls zu bleiben, wie wollen Sie denn noch herauskriegen, was vor vier Jahren bei dem Jungrind gefüttert worden ist?