Nun also doch. Zum ersten mal gibt es den begründeten Verdacht, dass deutsche Rinder mit dem Erreger der bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) infiziert sind. Ein Labor hat nach der Untersuchung einer B-Probe den ersten deutschen Fall von Rinderwahnsinn bei einem Kalb in Schleswig-Holstein bestätigt. Nahezu unisono macht deshalb die heutige Tagespresse mit diesem Thema auf.

Für die "Süddeutsche Zeitung" hat bereits die Diskussion um die Verantwortung begonnen: "Parteien weisen einander Schuld an BSE-Krise zu", titeln die Münchner auf der Eins. Pragmatisch gehen die dagegen die Berliner das Problem an: "Esst Fleisch - vom Biobauern", zitiert etwa der "Tagesspiegel" Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel Höhn. Und die Taz schlägt vor: "Tiermehl zu Brennstoff". Die Verfütterung von Tiermehl an Rinder gilt als wahrscheinlicher Übertragungsweg des BSE-Erregers. Ab Mittwoch dieser Woche ist seine Verwendung als Tierfutter bundesweit verboten.

Jenseits der vermeintlichen BSE-Krise geht unter dem Seitenbruch der meisten Blätter derweil die große Politik weiter - oder auch nicht: "Klimagipfel in Den Haag gescheitert", titelt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", ähnlich auch die "Frankfurter Rundschau". "Unsicherheit an den Finanzmärkten" macht das "Handelsblatt" aus.

Und dann ist da schließlich noch die US-Präsidentschaftswahl. Bis zum Redaktionsschluss war das amtliche Ergebnis allerdings noch nicht verkündet worden. "Bushs Vorsprung in Florida schrumpft dramatisch", steht deshalb noch im "Tagesspiegel" auf der Titelseite.

Mittlerweile steht aber fest, dass es für George W. Bush wohl doch gereicht hat: Der Republikaner aus Texas hat offiziell mit 537 Stimmen Vorsprung die Präsidentschaftswahlen in den USA gewonnen. Nein, damit hat Amerika noch keinen neuen Präsidenten. Denn zum einen steht seine offizielle Wahl durch die Wahlmänner noch aus. Zum anderen haben die Demokraten um Al Gore im Anschluss an die Bekanntgabe des End-Ergebnisses angekündigt, selbiges durch ihre Rechtsanwälte anfechten zu lassen.

Die BSE-Krise

Kaum hat die BSE-Krise in Deutschland Schwung aufgenommen, werden auch schon die politischen Verantwortlichkeiten hin und hergeschoben. "Rot-Grün verunsichert die Bürger", lässt die "Süddeutsche Zeitung" den Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu Wort kommen. "Die Bayer waren die Bremser", wird Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer zitiert. Fazit des Münchner Blattes: "Deutschland hat den Rinderwahn nicht entschieden genug bekämpft".