Was hat dieser Flügel, das andere nicht haben? Er ist ein Fossil mit Rüstigkeitssiegel und klingt erhaben, weich, farbenreich. Ein großer Vorteil.

Er ist sogar ein bisschen älter als die Musik, die auf ihm ertönt. Der Bechstein-Flügel stammt von 1897, die beiden Bände von Debussys Préludes (harmonia mundi France 901695, Vertrieb: Helikon) wurden erst im taufrischen 20. Jahrhundert geschrieben. Alain Planès, dieser exzellente französische Pianist, kann schöne Geschichten erzählen und auf kleinstem Raum große Kunststücke vollführen. Doch entweder beherrscht er sie nicht perfekt, oder der Flügel hindert ihn daran. Ein leichter Nachteil. Es gibt diese kleinen Löcher in der Brillanz: Stimmt da was mit der Mechanik nicht? Und wenn ja: mit wessen? Und irgendwann stimmt dann auch die Stimmung nicht mehr, es gibt wieder kleine Löcher, nun in der Sauberkeit. Leider hat Debussy ein paar Oktaven mehr geschrieben, als der gute alte Bechstein verkraftet. Der Flügel klingt dann ungewaschen. Ein großer Nachteil.