Dresden hat im Laufe der Jahrhunderte etliche Beinamen gehabt. Am bekanntesten ist wohl "Elbflorenz". In letzter Zeit spricht man manchmal auch scherzhaft von "Silicon Valley" ob der Expansion der entsprechenden Industrie in unserer Stadt. Aber "Las Vegas", das ist mal etwas Neues! Ich fragte mich, wo sich denn bei uns die vielen Spielautomaten befinden sollen. Aber dann musste ich feststellen, dass der Verfasser einen mehr als fragwürdigen Vergleich anstellt: Las Vegas hat Teile einer fremden Stadt in kitschiger Manier nachgebaut. Dresden dagegen möchte einen verschwindend kleinen Bereich seiner eigenen Stadt, nämlich das Gebiet um die Frauenkirche herum, in Anlehnung an die Historie aufbauen. Kein Mensch spricht von einer "möglichst vollständigen Rekonstruktion"! Wir Dresdner leben nicht im Kulissenwahn und lügen uns nicht die eigene Vergangenheit zurück. Auch in der Zeit nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg wurden nicht nur neue Häuser in der Innenstadt errichtet, sondern auch viele wieder so aufgebaut, wie sie vor 1760 aussahen.

Christa Neumerkel, Dresden