Letztlich war alles Grübeln nutzlos: Die Gewinnzahl des ZEIT-Wirtschaftsspiels ließ sich nicht vorhersagen. Einen todsicheren Tipp gibt es bei solchen Spielen nicht. Denn keine der Zahlen, die auf den ersten Blick als richtige Lösung erscheint, hält der immer wieder gleichen Frage stand: "Was ist, wenn die anderen Mitspieler nicht so denken, wie ich denke, dass sie denken?" Dieses Fragen hört nicht auf. Jede Lösung, die die rationale Überlegung anbietet, bleibt vorläufig. Denn die anderen grübeln auch.

Nur eines war sicher: Die Gewinnzahl kann nicht größer sein als 66,7. Warum?

Weil zwei Drittel des Durchschnitts von beliebig vielen Zahlen zwischen null und hundert maximal 66,7 sein können. 66,7 wäre die Lösung, wenn alle 100 wählten. Doch wer außer ein paar Spaßvögeln würde das schon tun? Wenn also alle so klug sind und niemand eine Zahl über 66,7 wählt, dann kann die Gewinnzahl nicht größer als 44,4 sein, denn 44,4 sind zwei Drittel von 66,7.

Doch wenn auch diese Überlegung wiederum von allen anderen nachvollzogen wird, kann die Gewinnzahl nicht über zwei Drittel von 44,4 liegen. Sie kann also maximal 29,6 betragen. Und so geht es fort in einer Spirale von Überlegungen, die die Gewinnzahl immer weiter um ein Drittel verkleinert, bis schließlich die Null erreicht ist.

"Ich wähle die 69, weil die Zahl so schön rund ist"

Also gibt es doch eine richtige Lösung, einen sicheren Tipp? Nein! Denn null ist nur dann die Lösung, wenn tatsächlich jeder Mitspieler der Spirale bis zu ihrem Ende folgt - und gleichzeitig davon ausgeht, dass alle übrigen Mitspieler dasselbe tun. Doch wer kann sich dessen sicher sein?

Zum einen zerbrechen sich nicht alle gerne den Kopf. "Ich wähle 69, weil die Zahl so schön rund ist", schrieb eine Leserin, ein anderer Mitspieler wählte 32, "weil das mein Alter ist", und wieder ein anderer entschied sich für die 50, "weil's die Mitte ist".