Am 7. Dezember wird im westafrikanischen Ghana ein neuer Präsident gewählt.

Chancengleichheit zwischen den Kandidaten ist in Afrika nicht üblich. So war es ein historisches Ereignis, als sich in der Hauptstadt Accra sechs Bewerber zur öffentlichen Diskussion trafen. Organisiert wurde die erste derartige Debatte in der Geschichte des Landes vom ghanaischen Journalistenverband und der amerikanischen Stiftung Freedom Forum. Anderthalb Stunden dauerte die Veranstaltung. Jeder Kandidat bekam ein paar Minuten für die Vorstellung seines Programms, sogar Fragen aus dem Publikum waren zugelassen. Das Hauptthema war die ghanaische Wirtschaftskrise, über Subventionen für die Bauern wurde gestritten, ein Kandidat forderte die Einführung eines Krankenversicherungssystems. Der Haken an der Debatte: Der Kandidat der regierenden Partei und Favorit für die Wahl nahm nicht teil und begründete das mit Terminschwierigkeiten. Er bekam ein paar Tage später einen einstündigen Soloauftritt im Fernsehen. Ghanas Informationsminister begründete dies mit den Worten: "Es wäre doch ein Verbrechen gewesen, einem so klugen Mann nur zwei oder drei Minuten zu geben."

Bärenopfer

Drei Wochen sind nun schon seit dem Wahltag verstrichen, Amerika hat noch immer keinen neuen Präsidenten, und kleinmütige Kommentatoren wähnen im Machtvakuum schon eine Gefahr für die Demokratie. Unsinn. Wirklich bedrohlich für die verfassungsmäßige Ordnung ist der Schwarzbär. Am Abend nach der Stimmabgabe war ein 400 Pfund schweres Exemplar vor dem Rathaus von Cross Village im Norden von Michigan aufgetaucht und hatte versucht, die Tür einzudrücken. Im Innern des Gebäudes waren Wahlbeamte gefangen, die Auszählung der Stimmen drohte zu scheitern. Als alles nichts half, erschossen Polizisten den Bären. Die 18 Wahlmännerstimmen von Michigan gingen mit einem satten Vorsprung an den demokratischen Kandidaten Al Gore.