Häme ist nicht angebracht. Hätten bei Gottschalk drei Deutsche besser als drei Amerikaner gezählt? Wohl kaum, auch wenn amerikanische Zwölftklässler in einem Mathewettbewerb den drittletzten Platz unter den Schülern von 20 Industriestaaten belegten. Testergebnisse dieser Art greift der Philosoph Dieter Thomä auf, um sie in Unter Amerikanern - Eine Lebensart wird besichtigt lustvoll gegen herrschende Vorurteile zu kehren: Nur weil die amerikanische Schule so schlecht ist, kann die US-Wissenschaft Spitzenleistungen bringen (Verlag C. H. Beck, München 2000

198 S., 19,90 DM). Zeitweilig standen fünf Gores in fünf Südstaaten an der Spitze, ein Grund mehr für Gore Vidal, der politischen Klasse der USA, "Little Al" eingeschlossen, bissig die Leviten zu lesen: Das ist nicht Amerika (hrsg. von Willi Winkler

Albrecht Knaus, München 2000

320 S., 42,- DM). Für Wolfram Knorr ist amerikanische Kultur zuallererst Pop: In Monster, Movies, Macht und Massen (Haffmans Verlag, Zürich 2000

382 S., 39,- DM) spürt er ihr durch die Trivialwelten von Comic, Showbiz und Filmindustrie nach. Die Geschichte der schwarzen Amerikaner - mehrheitlich Wähler Al Gores - rekonstruieren Norbert Finzsch, James O. und Lois E. Horton in Von Benin nach Baltimore (Hamburger Edition, Hamburg 1999

674 S., 68,- DM). In den Schicksalen des afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal, seit 1982 unschuldig in der Todeszelle, und des seit 24 Jahren eingesperrten Indianeraktivisten Leonard Peltier werden die Grenzen amerikanischer Toleranz deutlich. Soeben aktualisiert ist Mumia Abu-Jamal: ... aus der Todeszelle. Live from Death Row (267 S., 24,- DM)

in Martin Ludwig Hofmann: Indian War wird Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier (181 S., 19,80 DM) aufgerollt (beide: Atlantik Verlag, Bremen 2000). Weniger aufwühlend, im erdnahen Handbuchstil referiert das von Hartmut Wasser in der Reihe Grundwissen Länderkunden herausgegebene USA-Wirtschaft, Gesellschaft, Politik (Leske und Budrich, Opladen 2000