Das Wetter will sich nicht beruhigen. Seit dem frühen Morgen regnet es auf das Dach des lindgrün getünchten Fachwerkhauses. Ein Mann fährt vor, den niemand erwartet an diesem trüben Novembertag. Der Fremde schaut sich fragend um, doch er zweifelt nicht, dass er hier richtig ist. Rosenstraße Nummer 11, Center-Apotheke. Das muss sie sein, die Adresse, nach der er suchte. Die Eingangstür ist verschlossen, die Schaufenster im Erdgeschoss sind mit Werbepappen zugestellt, die Jalousien in den oberen Stockwerken heruntergelassen. Der Fremde trägt Turnschuhe, Rollkragenpullover, eine altmodische Lederjacke. Unter dem Arm hat er einen Camcorder, in der Hand einen Briefumschlag. Die langen Strähnen seines Haarkranzes flattern im Wind. Der Fremde lächelt, als er auf dem granitgrauen Treppenabsatz vor dem Haus zwei abgebrannte Teelichter entdeckt, die sich langsam mit Regenwasser füllen. Er sagt: "Das ist ein schönes Detail."