Aus zwei verschiedenen Privatsammlungen in Italien und Griechenland stammen die Privatissima der mit 53 Jahren an einer Herzattacke einsam und verbittert gestorbenen Künstlerin - ihr Vermögen war beträchtlich, die Stimme aber ebenso verloren wie der Reeder Onassis. Während bereits 1978, ein Jahr nach dem plötzlichen Tod der Opernsängerin, ein Teil ihrer Besitztümer im Pariser Hotel George V. unter den Hammer kam, sind die "Souvenirs einer Legende" bisher nie auf dem Markt aufgetaucht.

Damals brachten aufwändig geschnitztes und vergoldetes Mobilar, religiöse Malerei zweit- und drittklassiger Maler vom 16. bis 19. Jahrhundert und bemerkenswerte Ostasiatika einen Erlös von knapp einer Million Mark. Fast ein Drittel davon kaufte der Ehemann Giovanni Meneghini damals auf, darunter für bescheidene 7000 Franc das Bett seiner über 15 Jahre von ihm getrennt lebenden, aber nie geschiedenen Frau.

Warum sich die beiden Sammler jetzt von ihren über Jahre wohlgehüteten Schätzen trennen, weiß nicht einmal der Auktionator Frédéric Chambre zu sagen. "Geldnot ist es jedenfalls nicht", sagt er. Ihre Entscheidung ist wohl eher als resignierte Absage an den über Jahre hin erfolglos verfolgten Traum eines Museums als Ort der Bewunderung des Mythos Callas zu verstehen. Über mangelndes Interesse hätte ein solches Museum sicher nicht zu klagen gehabt, bedenkt man den Andrang zu den Vorbesichtigungen in New York, wo die Callas ihre großen Auftritte an der Met hatte, in Monaco (15 000 Besucher) und jetzt in Paris.

Wie die Souvenirs nun in alle Winde verstreut werden, so wie einst die Asche der Künstlerin über den Wellen der Ägäis, können Neugierige und Mitbieter erstmals bei einer französischen Auktion live und weltweit über Internet verfolgen und daran mitwirken (www.theauctionchannel.com).