Und dann sind da die cool kalkulierenden Businessleute. Denen rechnet "Lufttaxi Dortmund" vor: Fliegt ihr mit fünf, sechs Managern von Dortmund nach Bratislava zu einer einstündigen Besprechung im Tochterbetrieb, heißt das aufgrund ungünstiger Flugzeiten und Zwischenstopps, zwei oder sogar drei Tage unterwegs zu sein. Einschließlich Hotel. Reine Flugkosten 1500 Mark pro Person Business-Class-Linie. Chartert ihr bei mir, teilen sich die Kosten durch die Anzahl der Mitflieger. So kommt ihr auf weniger als 1500 Mark und spart jede Menge Mann-Tage und Spesen, denn ihr kommt am selben Tag zurück. Und noch was Cooles: Geflogen wird, wann ihr wollt.

Und der Preis? Reine Verhandlungssache

Entsprechendes gilt für die Fußballmannschaft von Werder Bremen wie für Veranstalter von Pressereisen, wenn zum Beispiel 100 Motorjournalisten in Portugal auf das Heck des neuen Opel Corsa heiß gemacht werden sollen. Auch die Anmietung eines Airbus kann sich rechnen. Eher als an Taxis erinnert dieses Geschäft an Mietwagen und gecharterte Busse. Kenner wissen natürlich, dass auch die Preisgestaltung es verbietet, von Lufttaxis zu reden: Alle Preise sind Verhandlungssache, ein Taxameter gibt es nicht, und wenn das Mietflugzeug eine Stunde lang über Frankfurt kreist, explodieren vielleicht die Kunden, aber nicht die Fahrpreise. Über den Daumen kalkuliert man bei kleineren Flugzeugen mit 2000 bis 3000 Mark pro Flugstunde, bei Jets zwischen 3500 und 4500 Mark. Plus Start- und Landegebühren. Von London-Heathrow als Zielort sollte man absehen: In Bayreuth wäre man für ein paar Hunderter am Boden, in London kostet allein das Aufsetzen 1500 Mark.

Der supereilige Ad-hoc-Flug (Erbonkel, Bayreuth) ist die Ausnahme in diesem Geschäft. Eher schon kommt es im Cargobereich zu Noteinsätzen, etwa wenn bei Seat in Barcelona ein Band stehen bleibt, weil Teile aus Wolfsburg fehlen. Dann spielt Geld keine Rolle. Entsprechendes gilt für Ambulanzflüge, ein hübsches Zubrot in der Reisesaison, seit alle Welt über entsprechende Schutzbriefe verfügt. Willkommen sind an Bord auch Herzen und andere Organe.

Das VIP-Gefühl, das sich im privat gecharterten Learjet einstellt (Giovanni di Lorenzo: "Man kommt sich vor wie in der Drei-Wetter-Taft-Werbung"), besticht nicht nur Prominente. Immer wichtiger werden "Incentive-Reisen" für verdiente Mitarbeiter. Windrose Air in Tempelhof, einer der Pioniere der Business-Flieger, stattet bei Bedarf einen Jet mit Nackenstützen aus, die das Firmenlogo des Kunden tragen. Sekt und Kanapees einschließlich Bedienung runden das Servicepaket ab. Nächstes Jahr wird eine Challenger die Windrosen-Flotte aufnorden, ein Jet, der bis zu 14 Passagiere über den Atlantik tragen kann.

Für die Auslastung solcher Jets ist womöglich schon gesorgt. Eine Klientel, die man bei den Berliner Flugzeugvermietern eher selten antrifft, weil sie sich lieber von der Flugbereitschaft der Bundeswehr befördern lässt, dürfte künftig öfter mal privat chartern: Die Berliner Politiker sind ins Visier des Bundesrechnungshofs geraten. Und gegenüber einer Rechnung der Flugbereitschaft nehmen sich die Preise des Executive Charters wie Peanuts aus.