In den Chefetagen der Investmentgesellschaften knallen die Sektkorken diesmal nicht erst in der Silvesternacht. Die Verantwortlichen von DWS, Deka, Frankfurt-Trust, Oppenheim und Activest haben schon jetzt einen besonderen Grund zur Freude: In knapp zwei Jahren sind ihre Dachfonds zu den Stars unter den neuen Fondsofferten geworden. Bereits für 23 Milliarden Mark haben Anleger in den ersten acht Monaten dieses Jahres Fondsanteile gekauft. In die AS-Fonds hingegen, die die Investmentbranche eigens zur Altersvorsorge aufgelegt hat, sind im selben Zeitraum lediglich 2,2 Milliarden Mark geflossen.

Vor allem die Kleinsparer der Sparkassen sind offenbar besonders empfänglich für das neue Anlagekonzept. Allein sie haben mehr als 20 Milliarden Mark in Dachfonds gesteckt - in der von der Werbung nachdrücklich genährten Hoffnung, aus wenig Geld möglichst risikolos viel Geld zu machen.

Denn Dachfonds kaufen selbst keine Wertpapiere, sondern Anteile an anderen Fonds. Der Vorteil dieser Idee, zumindest in der Theorie: Schon für 100 Mark können Anleger sich durch den Kauf eines einzigen Investmentzertifikates Anteile an mehreren Fonds sichern und damit ihr Risiko streuen. Außerdem bleibt dem Kleinanleger die Mühsal erspart, unter knapp 2000 verschiedenen Publikumsfonds die erfolgreichen rausfinden zu müssen. Das erledigen für ihn schließlich die Experten der Dachfonds.

Vor allem dieses Versprechen, auch mit kleinen monatlichen Sparraten in den Ge- nuss einer professionellen, kostengünstigen und vor allem zeitsparenden Vermögensverwaltung zu kommen, zeigt bei Kleinanlegern große Wirkung. Schließlich war diese Dienstleistung bislang ausschließlich vermögenden Kunden mit hohen Einzahlungen vorbehalten.

Doch die Experten haben die in sie gesetzten Hoffnungen kräftig enttäuscht: Nur eine Hand voll der knapp 100 Dachfonds hat das Vermögen der Anleger gemehrt, der Rest bescherte den Investoren zum Teil kräftige Verluste.

Viele Fonds haben zu stark auf die New Economy gesetzt

Wer beispielsweise im Januar in den vom Finanzdienstleister tecis vertriebenen New Technologies UBS eingezahlt hat, muss heute ein Minus von 21 Prozent verbuchen. Im gleichen Zeitraum verlor das UniPowerPortfolio I 27,4 Prozent, der Fonds Direkt Skyline-Magic gar 28,9 Prozent. Der Grund: "Einige Fondsgesellschaften haben nur ihre eigenen, nicht immer nur guten Fonds eingesammelt. Andere wollten schnelle Erfolge und haben zu stark auf die New Economy gesetzt", kritisiert ein Fondsmanager seine Kollegen. Die heftigen Kursstürze der Technologiewerte in den vergangenen Wochen machten den Strategen dann prompt einen Strich durch die Rechnung.