Das BSE-Risiko sei bereits gegessen, spottete ein Experte unlängst. Denn die Seuche schwelt schon seit fast zehn Jahren, und wie viel infektiöse Mahlzeiten unterdessen auf den Tellern der Deutschen gelandet sind, weiß niemand zu beziffern. Wer dennoch mehr wissen will über BSE und seine schaurigen Verwandten - menschliche Prionkrankheiten wie Kuru, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) oder Fatal Familiar Insomnia (FFI) findet in Richard Rhodes: Tödliche Mahlzeit (BSE: Eine schleichende Epidemie bedroht die Menschheit

Hoffmann und Campe, Hamburg 1998

267 S., 39,80 DM) eine spannende, zuweilen allerdings zugunsten der Dramatik überspitzte und in manchen Details fehlerhafte Geschichte der Jagd nach den lange mysteriösen Erregern dieser Hirnerkrankungen. Ohne erzählerischen Anspruch, dafür wissenschaftlich korrekt und erfreulich aktuell ist das von dem Zürcher Veterinärmediziner Ueli Braun edierte Fachbuch BSE und andere spongiforme Enzephalopathien (Parey Buchverlag im Blackwell Wissenschaftsverlag, Berlin 1998

151 S., 98,- DM). Renommierte Experten liefern hier ein detailliertes Bild vom Kenntnisstand der Prionenforschung. Alle wichtigen Aspekte dieser komplizierten Materie werden berücksichtigt. Leider setzt der Band allerhand biologische und medizinische Grundkenntnisse voraus und dürfte nur für wissenschaftlich vorbelastete Laien leicht verdaulich sein. Weniger zu empfehlen sind dagegen Bücher wie das inzwischen vergriffene von Nina Kleinschmidt/Henri Wagner: Diese Suppe ess ich nicht (Von Lebens- und von Sterbensmitteln

C. Bertelsmann, München 1997

320 S., 16,90 DM). Sie prangern zwar mancherlei Missstände in der Lebensmittelproduktion an, in der Darstellung kommen die Autoren allerdings über eine schwer erträgliche Betroffenheitsprosa nicht hinaus.