Ein Sieg nach vielen Fehlstarts: Endlich darf ein Kandidat der Grünen Bundesverfassungsrichter werden. Er heißt Brun-Otto Bryde, lehrt Recht in Gießen und besitzt kein Parteibuch. Wen hatten die Grünen nicht schon alles ins Rennen geschickt, doch immer wieder versperrte die Union das Tor zum Olymp. Der eine war ihr zu links, die andere zu feministisch. Bryde jedenfalls ist eine gute Wahl. Ob kommunales Wahlrecht für Ausländer, Maastricht-Vertrag oder Enteignungen in der DDR - immer ist er bestrebt, auf neue Fragen neue Antworten zu finden, ohne dabei die Verfassung umzudeuten.

Ein aufgeschlossener Jurist, der in kein Links-rechts-Schema passt, aber weiß, wo er steht. Einer eben, den Karlsruhe dringend braucht.