Auch Arbeitslosigkeit bedeutet eine Verschwendung von Ressourcen, sogar eine noch größere, weil ein Maurer, der zu Hause sitzt, überhaupt nicht mehr zum Wirtschaftswachstum beiträgt. Das Argument von Acemoglu und Shimer ist nun folgendes: Ein arbeitsloser Maurer hat mehr Zeit, sich einen neuen Job als Maurer zu suchen, als einer, der jeden Tag als Hilfsarbeiter auf Baustellen verbringt. Er wird schneller wieder auf die Stelle zurückkehren, die seinen Fähigkeiten entspricht. Und Biologen oder Juristen, die wissen, dass sie im Notfall nicht ganz ohne Geld dastehen, wagen eher, sich auch auf hoch qualifizierte Stellen zu bewerben. Die Suche nach der - gesamtwirtschaftlich gesehen - optimalen Arbeitsstelle ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Eine Arbeitslosenversicherung ermöglicht den Leuten, dieses Risiko einzugehen. Wird sie zu stark gekürzt, schadet das der Volkswirtschaft.

Natürlich ist diese Forschungsarbeit kein Beweis. Sie zeigt aber, dass es sich nicht nur Alex und Zlatko, sondern auch manche Ökonomen ein wenig zu einfach machen.