Ein Hut fliegt durch einen Canyon, ein Junge steht tropfnass am Rande eines Sees, eine junge Frau schiebt Stoffbahnen zur Seite, immer wieder. Marijke van Warmerdam erzählt in ihren Filmen keine Geschichten mit Anfang und Ende, sondern wiederholt das ohnehin auf ein Minimum reduzierte Geschehen in endlosen Loops. Statt der realen Aktion zeigt sie die Fähigkeit des Menschen, sich einer Sache ganz hingeben, in Raum und Zeit verlieren zu können. Der von dem poetischen Bildrhythmus in Bann gezogene Betrachter aber wird durch das Geräusch des sichtbar in die Gesamtinstallation mit einbezogenen Projektors ständig daran erinnert, dass die Illusion von einer Maschine erzeugt wird. In der Ausstellung Marijke van Warmerdam - It crossed my mind in der Kunsthalle Nürnberg (bis 21. Januar 2001) werden Filme, Fotografien, Objekte und ein Video aus unterschiedlichen Zeiten wie in einer filmischen Endlosschleife miteinander verknüpft. Erst aus dem Gesamtzusammenhang erschließen sich die einzelnen Teile, ohne je konkret deutbar zu sein. Wie sollte man sonst eine täglich erneuerte Eiskugel von der Größe eines Fußballs begreifen oder in einem Wasserbecken schwimmende mit Plastikmaterial gefüllte Säcke? Wenn alles in den ewigen Kreislauf eingebunden ist, relativieren sich die Maßstäbe, und unvorhergesehene Begegnungen können stattfinden. Die Künstlerin versteht sich nicht mehr als Schöpferin von Sinnbildern, sondern als eine Art Katalysator, der die verborgene Energie in Menschen und Dingen zur Wirkung bringt. Auch der im Oktagon Verlag erschienene Katalog (68,- DM) mit einer Übersicht über alle Filme und Videoarbeiten ist als Künstlerbuch nach demselben Prinzip gestaltet.