"Die Grünen müssen noch lernen,

nicht nur Froschschenkel zu essen,

sondern ganze Kröten zu schlucken."

Der frühere hessische Ministerpräsident Holger Börner, 1992

Es war spät geworden an diesem Mittwoch, dem 16. Oktober 1985. Joschka Fischer saß bereits zum Nachtessen in der "Provinz", seinem Bonner Stammlokal. Er hatte sich mit mächtigem Appetit über eine immense Portion Wurstsalat und Bratkartoffeln hergemacht. Zu jener Zeit, so sollte sich Hubert Kleinert, der sich damals noch als Freund und Statthalter Fischers wähnte, später erinnern, verliefen die Abende in dieser Gaststätte gegenüber dem Kanzleramt meist recht freudlos: "Fischer hing rum, war furchtbar übellaunig, blaffte alle an, soff ziemlich viel."

Der Grund für die schlechte Laune: Dem Joschka war gerade sein Bundestagsmandat abhanden gekommen. Genauer, er war dem ersten Grundprinzip der machtskeptischen Grünen zum Opfer gefallen, dem Prinzip der Rotation.

Nach zwei Jahren im Bundestag - Fischer war bei der vorgezogenen Wahl am 6.