Ich mache mir Sorgen. Ich habe eine Zeitlang bestimmt ein Steak pro Woche gegessen. In Frankreich. Und zwar meistens Bavette - das ist das billigste Fleisch, ziemlich sehnig, aber sehr lecker, wenn man es mit Schalotten brät.

Ich bin Deutsch-Franzose und in Frankreich aufgewachsen, jetzt lebe ich in Berlin. Meine Eltern haben für uns alle auch Spezialitäten mit Hirn, Hufen und Knochenmark gekocht. Ich mochte das schon als Kind nicht und aß es nur selten, unter Protest. Ich habe in meinem Leben bestimmt 24 ganze Rinder gegessen, mehr französische als deutsche, das habe ich kürzlich ausgerechnet.

Vielleicht bekomme ich jetzt deutsches und französisches BSE zugleich. Heute esse ich mehr Schafe und Kaninchen, aber die Angst ist noch nicht so groß: Dann und wann brauche ich einfach ein Entrec'te. Angeblich hat das Muskelfleisch beim Rind ja keinen Kontakt mit den Erregern.

PHILIPPE KOCH 33, RECHTSANWALT Immer, wenn ich an einer Schlachterei vorbeikomme, wird mir mulmig. Bei uns in der Oberpfalz gab es diese Schlachtschüsseln mit Blut, Fleisch, Innereien - eben alles, was zum Rind gehört. Ich habe nie Hirn oder Herz gegessen, aber Blut- und Leberwurst oder Tatar fand ich immer klasse. Das würde ich jetzt nicht mehr essen. Ich bin verunsichert. Keiner weiß, was damals mit dem Fleisch los war.

THOMAS WEISS, 30, INTERNET-KONZEPTIONER Wenn es den BSE-Erreger gibt, habe ich den schon. Ich bin fünf Tage die Woche quer durch Deutschland unterwegs, da wird man zum Fachmann für ungesunde Ernährung. Wenn man mich fragt, wo ich auf diesen Reisen esse, sage ich immer: im Erascorant. Mit diesem Wortspiel wirbt der Hersteller für Erasco-Dosengerichten. Soll wohl vermitteln, dass das, was man in der Mikrowelle aufwärmt, wie im Restaurant schmeckt. Abends auf einem Autobahn-Rasthof hast du halt kein Fünf-Sterne-Restaurant in der Nähe. Also gibt's wieder Heiße Hexe, McDoof oder eben Erasco. Ich wusste ja immer, dass das nicht besonders gesund ist. Aber es macht satt. Erasco habe ich mir eine Zeitlang sogar zuhause aufgewärmt, als ich keine Freundin hatte und auch keine Lust zum Kochen. Was die wohl in ihr Gulasch tun? Früher habe mir darüber nie Gedanken gemacht.

RICO POLOMSKI 32, FERNFAHRER Als ich sieben Jahre alt war, kam ein Professor Benedikt zu meinen Eltern zum Essen. Es sollte Fondue geben, aber er überredete uns, das Rindfleisch roh zu essen. Er schnitt das Fleisch in kleine Stücke, tunkte es in Soße und aß es.

Ich habe damals auch ein kleines Stück probiert - sehr zum Ärger meiner Mutter. Das ist mir jetzt während der ganzen Debatte übel aufgestoßen.