Die Reise durch die Jahrhunderte beginnt in einem Aufzug ganz aus Chrom.

Ein Knopfdruck, 20 Sekunden Fahrt, digital leuchtet eine Zwei auf. Lautlos öffnet die Schiebetür den Weg in die Vergangenheit. Hier oben, mitten im steinernen Labyrinth der Festung Königstein, soll es also sein, das 19.

Jahrhundert.

Kerzen flackern auf hellen Kirschholztischen. Sie werfen unruhige Schatten in den Gewölbebögen. Im Kamin knistert echtes Holz. Nur das Gedudel von Rondo Veneziano aus versteckten Lautsprecher irritiert. Ein Mann mit schwarzem Dreieckshut, grün-roter Uniform und einem Degen, der beim Gehen auf dem Boden schrappt, stellt sich als Festungskommandant Adolph von Boblick vor. Dass ihr's auch schön gemütlich habt, wünscht er. Dann wird zum Chablis der erste Gang des Feldherrenbanketts gereicht: Lauchcremesuppe, lauwarm.

Die Festung Königstein, 40 Kilometer südöstlich von Dresden, war schon immer ein Ort der großen Ideen. Ende des 16. Jahrhunderts baute Kurfürst Christian I. die Burg zur größten Bergfestung Europas aus. 150 Jahre später ließ August der Starke hier das größte Weinfass in der sächsischen Geschichte anfertigen.

Und jetzt wieder ein Mann des Superlativs: Sven-Erik Hitzer, der mit seiner Berliner Agentur Neuland schon seit Jahren historische Zeitreisen organisiert, unter anderem auch Events für Firmen wie Ikea und Bauknecht. Auf dem Königstein hat er soeben nach eigenen Worten eines der bedeutendsten Projekte historischer Erlebnisgastronomie geschaffen. Im Gewölbe der Festung.

Der Freistaat hat den Ausbau der so genannten Kasematten mit sieben Millionen Mark unterstützt, weil die alte Bausubstanz leidet, wenn sie nicht genutzt wird. 450 Gäste können sich hier auf eine kulinarische Zeitreise begeben.