Sie stammen von Produzenten, die kein Geld für fette Investitionen ins Marketing und den Aufbau eines Exporthandels haben. Ihre Weine bieten auch nicht jene überfallartige Opulenz, die sie plötzlich ins Rampenlicht der Weinweltbühne schleudern könnte - was, wie man weiss, verheerende finanzielle Konsequenzen für uns Trinker hat. Aber sie sind leckere Weine für den Alltag. Ich habe zwei einschlägige Weinproben à 80 Weine hinter mir und präsentiere Ihnen hiermit die ultimative Liste - die acht Besten unter 20 Mark. Freilich mit zwei Warnungen:

Noch ein Wort zu der verwirrenden Bezeichnung "Bordeaux Superieur"; sie bedeutet nicht etwa, dass dieser Wein besonders super sei. Vielmehr handelt es sich um einen Wein, der zwar mangels Klasse keinen Ortsnamen (wie z.B. "St. Julien") oder Regionalnamen (wie z.B. "Médoc") im Etikett führen darf, aber doch ein bisschen gehaltvoller ist als jene Produkte, die nur die globale Bezeichnung "Bordeaux" tragen. Bordeaux Superieur ist fast nie interessant, hier kommt die Ausnahme:

1998 Cht. Mouton, Bordeaux Superieur Nein, natürlich ist es nicht *der* Mouton, aber das Chateau trägt den Namen nachweislich länger als das berühmte Rothschild-Chateau. Konzentriert und dicht, Frucht, Holz, Karamel-Nachgeschmack

... hier die restliche Liste:

Nun wollen Sie vielleicht noch wissen: Wie geht es einem nach einer Weinprobe von 80 Bordeaux? Sehr gut, im wesentlichen. Zumal, wenn man danach noch ein frisches Pils zischen darf.

A bientot, und viel Spaß beim Suchen wünscht Ihnen

Anregungen und Kritik wie immer gerne an randow@zeit.de