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Ein heroischer Einzelgänger zieht Bilanz. In seinen Memoiren Berge meines Lebens (aus dem Italienischen von Christine Kopp; AS Verlag, Zürich 2000; 348 S., 49,80 DM) lässt Walter Bonatti, Italiens berühmter Bergsteiger, die Jahre zwischen 1948 und 1965 Revue passieren. Mit Verve und stilistischer Brillanz erzählt er von seinen Gratwanderungen in der senkrechten Welt, vom Eindringen in die Wunder der Natur, von den Grenzgängen zu den Oberkanten der Erde und zu sich selbst. Noch einmal beschwört er das Drama von der Expedition zum Himalayagipfel K2 (1954) herauf und von dem selbstmörderischen Gipfelsturmversuch am Freney-Pfeiler, jenem Felssporn im Montblanc, der im Jahr 1961 für vier Begleiter Bonattis zur Todesfalle wurde. Aufrichtig, aber nicht ohne Verbitterung legt der alpine Extremist die Gründe dar, die ihn bewogen, bereits als 35-Jähriger die Lawinenschaufel an den Nagel zu hängen. Wie Profilierungssucht, Profitgier und das Konkurrenzgebaren der Kollegen zum Abschied von den weißen Paradiesen erhabener Einsamkeit führten, erfährt der Leser in diesen wunderbaren Zeugnissen der Kompromisslosigkeit. Anlässlich des 70. Geburtstags Bonattis kann er sich mitnehmen lassen in abenteuerliche Höhen verschneiter Bergmassive, aber auch in seelische Tiefen und die Abgründe der Melancholie. C.S.

Sonnenbrände, Suff und Bettenburgen - das ist der Dreiklang, den die Spötter in Sachen Costa Brava anstimmen. Und trotzdem liegt auch an Spaniens nördlicher Mittelmeerküste ein Zipfelchen vom Paradies. Verschlungene Wege ins Hinterland, die Geheimnisse des Lichts und einsame Buchten beschreibt der Journalist Thomas Schröder in seinem Reiseführer Costa Brava (Michael Müller Verlag, Erlangen 2000; 264 S., 29,80 DM). En passant klappert er - quasi als Pflichtübung - die proppevollen Strände von Lloret de Mar ab und inspiziert das Nachtleben von Roses. Sein Hauptaugenmerk aber gilt der Natur und der katalanischen Kultur. Zehn reizvolle Wanderwege stellt er vor, besichtigt die Architekur von Barcelona, Walter Benjamins Grab in Port Bou und den Künstlertreff der Surrealisten in Cadaqués. Und warum kommt dem Besucher das Küstendorf Calella de Palafrugell so karibisch vor? Beim Schnurrbart des Salvador Dalí: Das Reisehandbuch hält viele Antworten auf knifflige Fragen parat. C.S.

"Wellness ist keine Medizin,

sondern eine Lebensweise", sagte Greg Anderson, der Vater der Wellness-Bewegung aus Amerika. In Anlehnung an dieses Leitmotiv haben Ingrid Edelbacher und Susanne Bürgermeister Das große Wellness-Buch (herausgegeben von Robert Sterk; Wirtschaftsverlag Carl Ueberreuter, Wien/Frankfurt am Main 2000; 250 S., 40,80 DM) verfasst. Darin loten sie die vier Kardinalfragen für ein gesundes und zufriedenes Leben aus: Wie ernähre ich mich richtig? Wie trainiere ich richtig? Wie kann ich mich entspannen? Wie altere ich in Schönheit? Weil die Autorinnen bei ihren Recherchen kundigen Rat von Wissenschaftlern und Ärzten eingeholt haben, ist ihr Vademekum medizinisch auf der Höhe und geht psychologisch in die Tiefe, ohne jedoch den interessierten Laien zu überfordern.