Die Sache hat zwei Aspekte: Erstens gibt es tatsächlich bestimmte Arten von Erde, die gut für den Magen sind. Die Griechen entdeckten vor über 2000 Jahren, dass etwa Magenkranke, die auf der Insel Lemnos lebten, ihre Beschwerden lindern konnten, wenn sie die Inselerde zu sich nahmen. Damals entdeckte man Hunderte von Heilerden, die gegen die verschiedensten Krankheiten wirken sollten. Auch wenn vieles davon Folklore ist - was den Magen angeht, ist sogar etwas dran: Viele Erden enthalten Aluminium- und Magnesiumverbindungen, die auch in modernen Medikamenten zu finden sind und überschüssige Magensäure neutralisieren.

Der zweite Aspekt: Es ist gar nicht so sinnvoll, Kinder vor der Aufnahme von "Dreck" jeglicher Art zu schützen. Die vielen Mikroben und Keime, die sich in der Erde tummeln, trainieren nämlich unser Immunsystem. Ein britischer Forscher hat aus toten Bodenmikroben sogar einen Asthma-Impfstoff hergestellt. Inzwischen führen viele Wissenschaftler den steilen Anstieg an allergischen Erkrankungen unter anderem auch auf übertriebene Hygiene zurück. In Maßen aufgenommen, kann Dreck tatsächlich eine heilsame Wirkung haben - nicht nur auf den Magen.
 

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