Gleich nebenan, bei Karstadt, füllt Parfum von Dior und Shiseido die Regale.

Sicher mehr als die Hälfte der Kunden, schätzt die junge Frau an der Kasse, benutze die hauseigene Klub-Karte. Rund vier Millionen Mitglieder hat der Karstadt-Klub heute

2002 sollen es zehn Millionen sein. Sie erhalten drei Prozent Rabatt, die auch bar ausgezahlt werden. Ein Drittel kann das Kärtchen obendrein als kaufhauseigene Kreditkarte nutzen

die Rechnung kommt am Monatsende ins Haus.

Für Großunternehmen wie Karstadt lohnt sich die Karte besonders. Nicht nur weil Rabattjäger dort alles finden. Vor allem erhält das Unternehmen eine wertvolle Adressenkartei. Es kann seine Kunden gezielt über Sonderangebote informieren oder sie zu Events einladen, um sie ans Haus zu binden. Und schließlich registriert die Karte den Weg des Kunden durch das Haus. Sie gibt so wertvollen Aufschluss zur Planung der Sortimente und der Ladengestaltung.

Wenn nun das Rabattgesetz fällt, fühlt sich Karstadt bestens gerüstet. Dass die allgemeinen Prozente wesentlich steigen, hält Sprecher Elmar Kratz zwar für unwahrscheinlich. In vielen Bereichen sind die Gewinnmargen schlicht zu niedrig, etwa bei den Lebensmitteln. Viel interessanter sei, so Kratz, das ebenfalls geplante Ende der Zugabenverordnung. "Die Karte wird zu einem noch wichtigeren Medium", sagt Kratz. "Wir können den Leuten dann individuelle Angebote machen." Und Kunden mit vielfältigen Extras belohnen, etwa mit kleinen Reisen oder Theaterkarten, was noch verboten ist.

Ein kurzes Stück hinter Karstadt freut sich die Kundschaft bereits über besondere Zugaben. Prozente gibt es bei Douglas zwar nicht. Doch die Parfümeriekette konnte über ihre 456 deutschen Filialen trotzdem 1,2 Millionen Kundenkarten ausgeben. Die Mitglieder erhalten regelmäßig Gutscheine zugesandt. Dafür gibt es dann im nächstgelegenen Laden begehrte Parfum-Miniaturen und Probepackungen, die weit größer sind als die üblichen Tester für die Kunden. "Die Besitzer der Douglas Card wissen, dass das viel mehr wert ist als drei Prozent Rabatt", sagt Filialleiterin Birgit Oestmann.