Aus der großen Schüssel auf den Teller - das ist ein fast spartanischer Anblick. Deshalb brauche ich eine Sauce. Eine Vanillesauce wäre zum Kaffeearoma logisch, aber eine Schokosauce ist raffinierter. Zudem in der Herstellung theoretisch einfacher. Ich brauche dazu BITTERE KUVERTÜRE (so nennt man die dicke Kochschokolade) ODER 1 TAFEL BITTERSCHOKOLADE. Die sollte mindestens 60 Prozent Kakaoanteile haben und 200 Gramm wiegen.

Die Schokolade in kleine Stücke brechen und in einer Kasserolle oder in einem Pfännchen bei ganz schwacher Hitze schmelzen. Dabei spielt der Herd eine wichtige Rolle. Der Induktionsherd kann eine sehr niedrige Temperatur lange und gleichmäßig halten bei allen anderen Herden ist ein Wasserbad erforderlich.

Schokolade schmelzen ist nämlich nicht so einfach. Nichts tut sie lieber als anzubrennen, außerdem wartet sie darauf, dass ich nicht aufpasse, und klumpt dann sofort zusammen. Und um mich besonders zu ärgern, verdreifacht sie ihre Süße in dem Moment, in dem sie flüssig wird. Das ist der Moment, in dem ich überlege, ob es nicht besser wäre, jetzt steif geschlagene Sahne unterzuziehen und so den süßen Seim in eine Schokoladenmousse zu verwandeln.

Puh! Kochen ist manchmal der reine Wahnsinn, wenn es nicht um eine Lammschulter oder ein Kaninchen geht.

Also Geduld. Irgendwann ist sie zur zähen Sauce geworden wie das Nordmeer, nachdem ein Öltanker gesunken ist. Jetzt gilt es nur, die Temperatur zu halten und die Schokoladensauce teelöffelweise an, neben und über das Parfait zu träufeln. Schnell her mit dem Tawny Port oder dem Banyuls!

UND: Halleluja!