In Deutschland gibt es Weihnachtsprodukte, die sämtliche Weltkriege und Regimewechsel überlebt haben. Die Klassiker, eigentlich nur noch mit Maggi zu vergleichen, sind die Weihnachtspyramiden aus Holz. In den zerklüfteten Schluchten des Erzgebirges lassen sich die Holzschnitzer nicht beirren. Mit heinzelmännchenhafter Emsigkeit basteln sie dort ihre putzigen Drehmühlen, und kein Eindringling, ob Politkommissar der Roten Armee oder neoliberaler Unternehmensberater, kann ihnen vorschreiben, was sie zu schnitzen haben.

Summen Sie jetzt die Melodie von Jingle Bells, und singen Sie: blimblimblim blimblimblim blimblimblim blimblim. Die Äuglein werden feucht, und durch den Tränenschleier sieht man im verschneiten Wald des Erzgebirges ein Licht im Fenster einer Holzhütte brennen, in der kräftige Waldschrate mit klobigen Händen süße kleine Rehchen schnitzen. Wer jetzt nicht weinen muss, hat kein Herz und soll auch nichts zu Weihnachten bekommen.

Die Weihnachtspyramide Rehe im Wald kostet 119 Mark bei Johanna Petzoldt, siehe Kletteräffchen