Gemischte Gefühle müssen bei den Autobauern aufkommen, wenn sie die jüngsten Prognosen lesen. Soeben legte auch das Center Automotive Research (CAR) an der FH-Gelsenkirchen seine Zahlen vor: Nachdem das Jahr 2000 in Deutschland mit knapp 3,4 Millionen zugelassenen Pkw den Vorjahreswert voraussichtlich um rund 400 000 Fahrzeuge verpassen wird, sieht CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer für 2001 nur eine moderate Erholung voraus. "Der Automobilmarkt wird sich auf 3,55 Millionen Pkw- und Kombizulassungen einpendeln". Im übrigen Westeuropa, das dieses Jahr den Einbruch in Deutschland ausglich, kommt es laut Dudenhöffer in Frankreich, England und den Niederlanden zu einer Abschwächung, sodass 2001 mit rund 14,9 Millionen Fahrzeugen auf dem Nieveau des Vorjahres (14,8 Millionen) liegen dürfte. VW-Konzernchef Ferdinand Piëch, dessen Markenensemble (VW, Audi, Skoda, Seat) die europäische Rangliste anführt, dürften diese Aussichten Kopfzerbrechen machen, zumal die Verlierer des Jahres, Ford und Opel, zur Aufholjagd geblasen haben.

Bislang profitierten viele deutsche Marken überproportional vom anhaltenden Autoboom in den USA. Doch dort rechnen die CAR-Forscher für 2001 mit einem Rückgang der Zulassungen von fabrikneuen Pkw und light trucks von 17,5 auf 16,5 Millionen, für 2002 gar nur noch mit 16 Millionen. Dies könnte einen anderen deutschen Konzernchef noch ärger in die Bredouille bringen: DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp. Seine angeschlagene US-Filiale Chrysler verkauft ihre Autos überwiegend in Amerika. Die gute Nachricht: Für 2002 erwartet Dudenhöffer in Deutschland wieder einen Anstieg auf 3,8 Millionen Pkw. "Dann werden die durch Treibstoffpreis- und Ökosteuererhöhungen verunsicherten Konsumenten ihre im Jahr 2000 aufgeschobenen Käufe nachholen", glaubt der Marketingprofessor.