Der Verein der Freunde der (Berliner) Nationalgalerie ist eine höchst effektive Institution, zum Segen der Kunst, und das seit Jahren. Nicht zuletzt dank der sozialen Energie des ersten Vorsitzenden Peter Raue hat man in aller Stille (von den Geräuschen bei den Festessen einmal abgesehen) Millionenbeträge gesammelt, um Ausstellungen und Ankäufe jenseits der staatlichen Hungeretats zu ermöglichen. Dass man sich in diesem Jahr nun auch mit einem Preis für junge Kunst (unter 40) im Zeitgenössischen engagieren wollte, war eine gute Idee, die allseits begrüßt wurde. Staunen gab es über die Höhe des Preisgeldes, das mit 100 000 Mark nicht nur andere deutsche Kunstpreise, sondern auch den englischen Turner-Preis für junge Kunst deutlich hinter sich lässt. Hamse's nicht ein bisschen kleiner?, fragt in einer solchen Situation wohl nicht nur der Berliner. Auch angesichts dessen, was dann bei der Vorstellung der 4 von 113 Bewerbern ausgewählten Finalisten im Hamburger Bahnhof zu sehen war: eine kleine Videosatire auf die Veranstalter und drei Versuche, nicht unterzugehen in der Weite des Raums der zentralen Halle. Nun hat Dirk Skreber den Preis bekommen, 39, der sich für seine drei anständigen Bilder eine ebensolche Bretterbude baute, in die man über einen baustellenmäßigen Zugang hineinkommt. War's das? Das war's!