Es war schon immer Hollywoods Aufgabe, aktuelle Ängste bunt und breit auszumalen. Die nächste Klonfantasie stand also ins Haus. Jetzt ist sie da, als Kreuzung aus Science-Fiction- und Arnold-Schwarzenegger-Film. Eine sinnvolle Kreuzung, denn der alternde Actionheld hat seit Jahren ein gespaltenes Verhältnis zum eigenen Körper. Spätestens seit dem Selbstopfer der Kampfmaschine in Terminator II ist den Schwarzenegger-Filmen der Zweifel eingebrannt, ob nicht der hochgezüchtete männliche Leib ein Fetisch vergangener Zeiten ist, zumindest im Kino. Schon im T II war das Nachfolgemodell aus Flüssigkristall die eigentliche Attraktion - ein körperloser Körper und in seiner zauberischen Flexibilität auch eine Metapher der fortgeschrittenen Tricktechnik, vor der alle Errungenschaften ehrlichen Muskeltrainings verblassten. Im Zeitalter der Matrix-Manipulationen scheint das Modell Schwarzenegger auf dem Abstellgleis, und folgerichtig hat sich der Actionheld zuletzt in End of Days sehr müde zwischen einem Selbstmordversuch und einer Kreuzigung abgekämpft.

Auf die Kreuzigung folgt jetzt die Neuschöpfung. Arnold spielt Adam, Adam Gibson, einen Hubschrauberpiloten, der dem eigenen Klon begegnen wird. Als Erstes begegnet er allerdings seinem eigenen Spiegelbild, auf der Suche nach der neuesten Falte. Ja, der Körper altert

was tun? Fraglos schlägt sich The 6th Day von Roger Spottiswoode in dieser Frage zunächst auf die Seite des "natürlichen Laufs der Dinge". Als der Familie Gibson das Haustier wegstirbt und die Frau des Hauses den Verlust (vor allem für die Tochter) durch einen Hundeklon der Firma Repet kaschieren will, erhebt Adam Einspruch: Der Tod gehöre zum Leben, das müsse das Kind eben lernen. Doch bevor die Lektion in Angriff genommen werden kann, ist schon der Familienvater selbst ausgetauscht. Als Adam I. sich nach einem arbeitsreichen Tag der guten Stube nähert, feiert Adam II. an seiner Stelle Geburtstag, und die Hintermänner lauern darauf, dem Original das Lebenslicht auszublasen.

Das Klonkonzept der Drehbuchautoren Marianne und Cormac Wibberley wirkt wie eine angespitzte Version dessen, was sich der "Robotiker" Hans Moravec in seinem Buch Mind Children wünscht. Moravec träumt von der Möglichkeit, den menschlichen Geist zur Unsterblichkeit zu rüsten, indem man ihn in stets erneuerbare Maschinen implantiert. In The 6th Day werden die Körperteile gleich mit erneuert. Wie das gehen soll, belässt der Film im Ungefähren.

Jedenfalls reicht ein kurzer DNA-Scan, um innerhalb weniger Stunden Körper und Geist als Einheit zu duplizieren.

Der doppelte Adam, ein Betriebsunfall

Das Verfahren wird normalerweise auf Unfallopfer oder unheilbar Kranke angewandt