Und: Es lohnt sich, aktiv zu werden. Wer den Hof macht, wird belohnt. Jedenfalls bei einer Paarbildung à la Gale und Shapley: Die aktiven Männer finden nach deren Mathematik in der Regel Partnerinnen, die deutlich weiter oben auf ihren Listen stehen als sie selbst bei diesen. Nur den Hübschesten gelinge immer eine gute Partie, auch wenn sie noch so schüchtern seien, berichtet Caldarelli, der selbst seine Frau auf "die einzig mögliche Weise" fand: "Ich verliebte mich in sie."

Zugegeben: Die Hochzeitsmathematik entstand nicht aus Liebesgründen, sondern weil sie handfeste Anwendungen in Physik, Ökonomie, Technik und Kriegsführung hat - wie ordnet man Bombern die Ziele zu? Doch berät sie Bindungswillige mindestens ebenso gut wie mancher Ratgeber oder Therapeut.

Sogar gebrochene Herzen kann sie heilen. Theo Nieuwenhuizen war längere Zeit ohne Partnerin, als er vor zwei Jahren die Forschungsarbeit Das Heiratsproblem und das Schicksal von Junggesellen schrieb. Er habe sich schon gefragt, ob er selbst an seinem Singledasein schuld sei, erinnert sich der Physiker von der Universität Amsterdam. Dann habe er mathematisch bewiesen, dass allein zu bleiben nicht nur von Einstellung und mangelnder Liebenswürdigkeit des Ledigen abhängt, sondern auch von gesellschaftlichen Faktoren: "Danach fühlte ich mich gleich viel besser."

Da sage noch einer, Mathematik sei abgehoben und habe mit dem richtigen Leben nichts zu tun.