Im Jahr 1865 erschien Alice im Wunderland von Lewis Carroll. Seit 1921 sind die Rechte an diesem Text frei, und 1994 wurde er ins renommierte Projekt Gutenberg im Internet aufgenommen. Von dort zog sich die Firma Adobe eine Kopie, formatierte sie für das Lesen auf einem E-Book um - und versah sie mit knallharten Lizenzbestimmungen. So ist es den Nutzern untersagt, das Buch laut vorzulesen. Nach Protesten amerikanischer Pädagogen strich Adobe diese Bestimmung, jedoch nur für das Kinderbuch. Für andere Texte wie Aristoteles' Politik und Machiavellis Fürst gilt die Bestimmung weiter, ebenso wie für die Federalist Papers, die zum Grundstock der amerikanischen Verfassung gehören. Aus diesem Grund rufen Bürgerrechtler dazu auf, im Weihnachtsendspurt keine E-Books zu kaufen.

Die British Telecom zieht vor Gericht. Gestützt auf ein Patent aus dem Jahre 1989, möchte sie von allen amerikanischen Internet-Providern Gebühren für Hyperlinks kassieren (ZEIT Nr. 27/00). Erteilt wurde das Patent für eine Erfindung aus dem Jahre 1976, die das "Umblättern" von Bildschirmseiten ermöglichte. Während der Schutz in vielen Staaten längst abgelaufen ist, gilt er in den USA noch bis 2006. Vergangene Woche reichte British Telecom die erste Klage vor einem New Yorker Gericht ein. Getroffen hat es den Internet-Provider Prodigy, einen der Großen dieser Branche, der wie alle anderen nicht auf Abmahnungen der Telefonfirma reagiert hatte. Die Idee zu seiner Erfindung war dem BT-Ingenieur Sam Fedida vom Post Office Research Centre gekommen, als er ein Memorandum der amerikanischen Wissenschaftler Licklider und Taylor gelesen hatte. Deren Text The Computer as a Communications Device gilt als theoretische Geburtsstunde des Internet.

Für den Einsatz in Lastwagen und Pkw hat die amerikanische Firma Rymic eine Blackbox vorgestellt, die Verschleißerscheinungen oder Schäden automatisch via Internet der Fuhrparkleitung meldet. Die unter dem Betriebssystem Linux arbeitende Box verschlüsselt ihre Nachrichten und stammt aus der Militärforschung. Dort überwachte der Kasten Panzer und anderes Gerät. Weil keine Eingaben nötig sind, die mit dem Drücken einer Enter-Taste abgeschlossen werden, feiert Rymic die Einführung als Start des weltweiten Enternet, das eines Tages in seiner Bedeutung mit dem Internet gleichziehen soll.