Alle Zeitungen beschäftigt heute die Entscheidung des britischen Unterhauses, das Klonen von Embryonalzellen für therapeutische Zwecke zuzulassen. "Britisches Ja zum Klonen löst Protest aus", titelt die "Frankfurter Rundschau". "Merkel fordert von Schröder klares Nein zum Klonen" heißt es bei der "Welt". Verhältnismäßig nüchtern die "taz": "Briten vorneweg: Klonen menschlicher Zellen erlaubt".

Thema ist auch der Einbruch der Kurse bei High-Tech-Aktien, nicht nur für das "Handelsblatt", das mit "Schwarzer Tag am Neuen Markt" aufmacht. Auch der "Tagesspiegel" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" kümmern sich auf der Eins um die Talfahrt an den Weltbörsen. Nur die "Süddeutsche Zeitung" gibt sich positiv und stellt ein Interview mit Bundesfinanzminister Hans Eichel in den Vordergrund: "Eichel: Schwächephase des Euro ist zu Ende", heißt es in der Überschrift.

Britisches Ja zum Klonen

Wirtschaft und Ethik - das sind die Stichworte, die in den Kommentaren zur Klon-Entscheidung des britischen Unterhauses auftauchen. Die Botschaft von Schröder sei klar, so die "Frankfurter Rundschau": "Erst die Monetik, dann die Ethik". Schröder hatte sich in einem Grundsatz-Artikel in dem Magazin "Die Woche" gegen "ideologische Scheuklappen und grundsätzliche Verbote" in der Genforschung gewandt. Allerdings bleibe zu hoffen, so die "Rundschau", dass die grüne Gesundheitsministerin Andrea Fischer "an ihrer kritischen und restriktiven Position festhält." Andrea Seibel merkt in der "Welt" kritisch an, dass Deutschland nach wie vor stolz auf den vorherrschenden "ethischen Skeptizismus" sei. Das Land laufe damit Gefahr, den Anschluss zu verlieren: "Nun hat Gerhard Schröder ein kräftiges ‚Aber' gerufen. Ethische Erwägungen dürften ihn nicht primär leiten, sondern das Wissen um den wirtschaftlichen Nachteil, der einer restriktiven Regelung folgt."

Holger Wormer räumt in der "Süddeutschen Zeitung" ein, dass die Angst der Forschung, hinterherzuhinken, berechtigt sein mag. Er ist jedoch überzeugt: "Die Zukunft der Biotechnologie und die Heilung von Patienten hängen keineswegs davon ab, dass menschliche Embryonen geklont werden." Er verweist auf nicht vollständig erforschte Möglichkeiten, Stammzellen aus dem Körper von Erwachsenen für Therapien einzusetzen und mahnt: "Es wäre kurzsichtig, den Geist aus der Flasche zu lassen, den man später nicht mehr bändigen kann". Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" führt an, es sei wissenschaftlich nicht erwiesen, dass der Weg über embryonale Stammzellen der einzig mögliche ist. Allerdings solle das nicht die grundsätzliche Diskussion stoppen: "Wissenschaftliche Einwände sind allenfalls Gründe, um in Deutschland abzuwarten. Sie ersetzen aber keine ethische und politische Debatte." Die "taz" verkündet: "Der Wettbewerb über die Definition von Leben ist offiziell ausgerufen."

Wahnsinn Rind

Dem Murmeltier dürfte es prächtig gehen. Täglich grüßt es erneut. Wieder gibt es einen neuen BSE-Fall, den dritten in Deutschland. "Stehen wir dem Rinderwahnsinn machtlos gegenüber?" fragt die "Bild" und führt aus, wie England mit BSE umging. Gut, dass die Krise laut der "Welt" vor allem eine bayerische ist. Schließlich konzentrieren sich die BSE-Fälle auf ein Bundesland. Und schließlich erbringen die vier Millionen Rinder die Hälfte der gesamten Wertschöpfung im bayerischen Agrarsektor. "Die CSU bekommt zu Weihnachten, zum Wechsel in das Jahr der Odyssee 2001 ein Vertrauensproblem, das sie womöglich nicht verschuldet, dessen Folgen sie aber weitgehend allein zu bewältigen hat", meint Torsten Krauel in seinem Kommentar.