Er stammt aus kleinen Verhältnissen und gibt sich gern bodenständig. Am Kühlschrank seiner Mutter - die sein Management übernommen hat - klebten noch immer Rabattmarken, behauptet er. Aber die müssen schon ein paar Tage alt sein. Die Besuche in good old Germany jedenfalls wurden irgendwann seltener. Mit 14 drehte er seinen ersten Werbespot für Matchbox. Mit 16 schmiss er die Schule und nahm eine Rolle in einer Sitcom an. Mit 19 wurde er für einen Oscar nominiert. Heute, mit 25, ist er einer der bestbezahlten Hollywood-Stars; und wenn 12-jährige Mädchen wählen dürften, wäre Al Gore, den er unterstützte, auf Anhieb Präsident geworden. Leo, Leolita, die "Schnullerschnute" (stern) ist einfach ein Kerlchen zum Knuddeln.

Auch seine Wirkung auf ältere Frauen ist nicht zu unterschätzen. Für Sharon Stone zum Beispiel ist er "ein Brando". Sie erklärte sich sogar bereit, ihn huckepack zum Set zu tragen. Ob sie das auch noch täte, wenn Leo die Leibesfülle dieses Vorbilds erreicht? Sein Gesicht sieht immer noch aus, als röche es nach Nivea-Creme, und er selbst bezeichnet sich "ungern als Mann". Aber der Junge versteht auch zu feiern. So macht der von Jet-Set-Partys herüberwehende Tratsch aus Leo und seinen Kumpels eine Gang, die Flurschaden im internationalen Modelnachwuchs anrichtet. Allen 12-Jährigen zur Beruhigung: Einen Heiratsantrag hat er, wie das Fachblatt Gala berichtet, seiner Freundin Giselle Bündchen noch nicht gemacht. Der Platinring für 400 000 Mark, das Meer von Rosen, der Champagner (Bild am Sonntag) - das alles diente zur Versöhnung nach einer Eifersuchtsszene in der Disco. Immer satt auftragen. So regelt das ein "König der Welt".

Die Szene spielte in Italien, wo er mit Martin Scorsese für Gangs of New York dreht. Und schon wieder kommen hämische Stimmen, die behaupten, zurzeit erinnere er weniger an ein Bild von da Vinci - nach dem seine Mutter ihn benannte -, sondern an den Bacchus von Caravaggio. So habe das Hilton-Hotel einen Saal in ein Fitnessstudio umbauen müssen, wo Leo und sein Privattrainer die Pasta abstrampeln - obwohl er mit etwas mehr Fleisch auf den Rippen durchaus zum Weihnachtsengel taugen würde.

Für diesen Part haben ihn jedenfalls RTL und ProSieben im Programm: In Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa (Originaltitel: What's eating Gilbert Grape?) zeigt er als autistischer Bruder von Johnny Depp eine frühe Glanzleistung. Außerdem gibt es Leo als Romeo in Baz Luhrmanns Shakespeare-MTV-Adaption und natürlich in Titanic, mit Einnahmen von 1,8 Milliarden Dollar zumindest numerisch der größte Film aller Zeiten. Eine dicke Portion. Auch für Oma Lena - falls Leo es an den Feiertagen nicht nach Oer-Erkenschwick schafft.

"Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" Fr 22.12. RTL II, 20.15 Uhr

"William Shakespeare's Romeo & Julia"

So 24.12. Pro 7, 20.15 Uhr