Washington

Als Albert Gore vergangene Woche die Niederlage akzeptierte, beendete er seine Rede mit Worten, deren tieferer Sinn sich vielen Amerikanern nicht gleich erschloss: "Und nun, meine Freunde, ist es Zeit für mich zu gehen."

Der scheidende Vizepräsident spielte auf eine Rede aus dem Jahre 1992 an.

Damals hatte er gesagt: "Sie sind mit ihrer Art, dieses Land zu regieren, schlimm gescheitert ... nun ist es Zeit für Sie zu gehen." Gehalten hatte Gore die Rede auf dem Parteitag der Demokraten. Gemeint war Dan Quayle - aber vor allem George Bush, der Vater. Sie mussten sich tatsächlich davonstehlen. Nach nur einer Amtszeit. Es war eine schwere Schmach für den Helden des Golfkriegs, den Begründer der "neuen Weltordnung", von ein paar grünen Jungs geschlagen zu werden, wegen einer Sache, die ihn nun wirklich nicht interessierte: der Wirtschaft.

Cheney, Powell, Rice, Card, Rove - alles Leute des Vaters

Jetzt, acht Jahre danach, zieht wieder ein Bush ins Weiße Haus ein, George Walker Bush, genannt George W., der designierte 43. Präsident der Vereinigten Staaten. Er wird nicht alleine regieren. Sein Vater, George Herbert Walker Bush, für die meisten einfach der George Bush, der 41. Präsident, wird ihm weit mehr als nur ein Berater sein.

Es fiel bereits im Wahlkampf auf, wie viele der politischen Schwergewichte in der Umgebung des jungen Bush schon dem alten gedient hatten. Dick Cheney, Vizepräsident in spe, war Verteidigungsminister unter George Bush. Colin Powell, der Vier-Sterne-General, der Außenminister werden soll, leitete unter Vater Bush den Generalstab der US-Streitkräfte. Selbst die junge Condoleezza Rice (der Vorname kommt von der musikalischen Spielanweisung con dolcezza), die der Junior zur Leiterin des Sicherheitsrats machen will, arbeitete für den Senior - in dessen National Security Council, wenn auch nicht an höchster, so doch an entscheidender Stelle.