Der Artikel spricht mir - leider - aus der Seele. Es ist jahrzehntelang an marginalen Faktoren beziehungsweise Symptomen herumgedoktert worden. Außer ein bisschen Computer und Internet hat sich wenig verändert. Nach wie vor gibt es den erbarmungs- und fantasielosen 45-Minutentakt, eine starre und illusionäre Orientierung am "gleichen Lernziel für alle", viel zu sehr fachlich orientierte Lernziele (anstelle von Grundkompetenzen wie selbstständiges Arbeiten, Gruppen- und Projektarbeit etc.)

natürlich viel zu große Klassen, fachlich hoch getrimmte, aber didaktisch, methodisch und vor allem im persönlichen Umgang mit ihren Schülern völlig unzureichend ausgebildete Lehrer und so weiter und so fort. Und die (meisten) Lehrer, die ja Beamte sind, haben sich damit abgefunden. Abhilfe?

Ich bin skeptisch!

Hans Steinack, Obing

Man könnte die Argumente von Sabine Etzold eher ernst nehmen, wenn sie nicht selbst die Fehler begehen würde, die sie beklagt: Sie jammert pauschal über den Zustand der Schule und hat als einzigen konstruktiven Vorschlag, eine Art Schulgeld einzuführen - die Diskussion darüber ist schon Jahrzehnte alt.

Um mit ihren Worten zu argumentieren: "Zu glauben, dass ,teurer' Unterricht automatisch auch besserer Unterricht sei, ist - gelinde gesagt - gefährlich naiv." Ganz abgesehen davon, dass man sich dann statt einer eventuellen Leistungselite eine finanzielle Elite heranziehen würde.

Susanne Gaschke hingegen macht eigentlich gar nicht die Dauer der Schulzeit zum Thema, sondern den Auftrag der Schule. Leider geht Sabine Etzold auf den Unterschied "Bildung - Ausbildung" nicht weiter ein. Natürlich kann man endlos diskutieren, wenn man sich nicht einmal darüber einig ist.