Vom Heldenplatz zum Petersplatz, eine europäische Karriere. Abermals haben viele, die das Gegenteil wollten, dem Provokateur vom Wörther See beim Streben nach einem neuen Spektakel geholfen, allen voran die Medien und die Linke, aber auch der Heilige Vater, der offenbar nicht so ganz den Überblick hatte. Eigentlich ging's ja nur um die alpine Fichte, die Jörg Haider, der Kärntner "Landeshauptmann", persönlich im Vatikan abliefern wollte. In Wahrheit aber wollte er, der sich in Österreich zurzeit mit der Justiz herumschlägt, seine nächste, die europäische Karriere einläuten.

Rechtspopulistischer Herausforderer der Eurokratie und der EU-Eliten: So stilisiert sich der FPÖ-Tribun, der in Österreich zum Zuschauen verurteilt ist. Mit dem Happening in Rom hat er sich seinen Weihnachtswunsch 2000 erfüllt: Nach den Belgiern, Deutschen und Franzosen empören sich nun die Italiener über ihn, und der Papst bot ihm den Ring zum Kuss. Was will man mehr? Haiders Stern mag sich daheim anschicken zu sinken, über Europa funkelt er jetzt umso mehr. O du fröhliche! Zeit, dass die Weisen (wieder)kommen. wap