In Uelzen-Convalley leben, lernen und arbeiten IT-Stipendiaten unter einem Dach

Zuckerrüben liegen am Straßenrand. Über die Hausdächer schieben sich dicke Wasserdampfwolken aus Niedersachsens größter Zuckerfabrik. Ein süßlich-fauliger Geruch steht in der Luft. Uelzen, Kreisstadt mitten in der Lüneburger Heide und Provinz, die man jetzt im Dezember sogar riechen kann.

Nur ein Steinwurf von der Zuckerfabrik entfernt liegt Uelzen-Convalley, eine Zukunftswerkstatt für den Nachwuchs der Internet-Branche. Seit November leben, lernen und arbeiten sechs junge Männer in Deutschlands erstem Internet-Internat. Sie entwickeln Homepages, Logistikprogramme, Internet- und Intranet-Dateien. Der jüngste ist 16, der älteste 27 Jahre alt. Einer geht noch zur Schule, ein anderer hat bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung als Forstwirt. Für ein Jahr haben sie ein Stipendium vom Verein Uelzen-Convalley bekommen, der sie mit 800 Mark monatlich unterstützt.

Uelzen-Convalley will jungen Leuten, die ein Talent für Informationstechnologie haben, aber keine entsprechende Ausbildung vorweisen können, dennoch einen Berufsstart in der begehrten IT-Branche ermöglichen.

"Die Computerfreaks, die sich bei uns bewerben, sind so talentiert, dass es fachlich für sie ein Leichtes wäre, am Gymnasium Informatik zu unterrichten", sagt Loni Franke, Vorsitzende von Uelzen-Convalley.

Etwa 300 IT-Qualifizierungskurse verschiedener Ausbildungsträger laufen derzeit in Deutschland. Sie dauern meist zwei Jahre, sind aber längst nicht so fest mit der Wirtschaft verbunden und internatsmäßig organisiert wie das einjährige Programm der Internet-WG.

Im Unterschied zu vielen anderen Internet-Workshops arbeiten die Uelzener an konkreten Aufgaben, die ihnen von Unternehmen aus der Region gestellt werden.