Was hilft bei der Suche nach dem richtigen Ehepartner? Originelle Kontaktanzeigen? Agenturen zur Partnerschaftsvermittlung? Oder etwa einschlägige Fernsehshows? Nein, die Mathematik. Seit langem studieren Vertreter dieses Faches das Heiratsproblem: Wie lassen sich Paare bilden, sodass jeder zufrieden ist? Nun warten zwei italienische Wissenschaftler mit neuen mathematischen Tipps auf, wie man seine Chancen aufs Eheglück vergrößert.

Ihr Modell basiert auf dem Ansatz, den vor knapp 40 Jahren die beiden Kalifornier David Gale und Lloyd Shapley präsentierten. Sie lösten das Problem der globalen Ehestiftung - wie kommt jeder Erdenbürger zu seinem Traumpartner oder wenigstens zu einem, der ihm gut gefällt - damals folgendermaßen: Erst unterstellten sie, jeder habe eine Wunschliste in petto, jede Frau eine Rangordnung der Männer und jeder Mann eine Rangordnung der Frauen.

Dann verlobten Gale und Shapley den ersten Mann mit seiner Wunschkandidatin.

Der zweite bekam ebenfalls seine Herzensdame - es sei denn, diese war schon Nummer eins versprochen. War dies der Fall, durfte die Frau sich ihren zukünftigen Verlobten zwischen den beiden aussuchen. Und so geht es weiter: Jeder Mann klappert von oben nach unten seine Liste ab, bis er eine Frau findet, die entweder noch solo ist oder ihn lieber mag als ihren Verlobten.

Wer verlassen wird, begibt sich nach der gleichen Vorschrift erneut auf Brautschau. Sind alle verlobt, wird kollektiv geheiratet. Diese Kuppelei führt zu einer stabilen Lösung: Jeder müsste sich eigentlich mit seinem Schicksal zufrieden geben. Denn es lassen sich kein Mann und keine Frau finden, die beide lieber miteinander als mit ihren aktuellen Partnern vor den Altar getreten wären.

Doch wer keinen Grund zur Beschwerde hat, ist noch lange nicht glücklich.

Guido Caldarelli von der Universität Rom und Andrea Capocci von der Universität im schweizerischen Fribourg - beide theoretische Physiker - versuchten daher, das Eheglück mathematisch zu erfassen. Dazu stifteten sie nach den Regeln von Gale und Shapley in ihrem Computer Ehen zwischen 1000 Männern und 1000 Frauen. Jeder Mann, stellten sie fest, heiratete eine Partnerin, die in seinem Ranking auf einem der ersten 70 Plätze stand - also zu den besten sieben Prozent seiner Auswahl gehörte.