Es begann mit einem Sprung über den morschen Zaun in einen verwilderten Garten über dem Öresund, nördlich von Kopenhagen. Knud Jensen, der reiche und damals, 1958, noch junge Mann, entdeckte hier mit einem verlassenen Herrenhaus zwischen überwucherten Wegen und zerfallenen Gewächshäusern, den Ort, den er gesucht hatte, um der von ihm bewunderten zeitgenössischen Kunst auch in Dänemark Freunde zu verschaffen. Louisiana, so nannte Jensen das Museum, weil die drei Gattinnen des vorigen Grundbesitzers alle Louise hießen, wurde 1958 eröffnet, ein mit leichter Geste über die Wiesen gezogener Pavillonbau war dem Herrenhaus hinzugefügt. 1982 wurde ein weiterer Flügel fertig gestellt und schließlich alles mit einem unterirdischen Trakt verbunden. Louisiana: Das wurde, über die Jahre hinweg und ohne staatliche Mittel, zu einem hoch angesehenen Museum, das in seiner Mischung aus skandinavischer und internationaler Kunst und speziell durch Jensens Freunde Alexander Calder, Henry Moore, Alberto Giacometti und Sam Francis seinen ganz eigenen Charakter gewonnen hat. Und dann der Öresund. Nichts Schöneres, als dort zu stehen mit Knud Jensen, ein Stabile von Calder im Rücken, das kabbelige Wasser vor Augen. "Dort drüben ist Hven", sagt Jensen dann, "die Insel von Tycho Brahe." Der Herr Sterne. Auch er ein Däne. Wie der Herr vom Meer. Vergangene Woche starb Knud Jensen, 84 Jahre alt.