Wer regelmäßig in die Sauna geht, der weiß: No body is perfect. Höchst unwahrscheinlich, zwischen Aufguss und Massage jemandem zu begegnen, der aussieht wie Cara Michelle. Cara Michelle (22) ist das aktuelle Playmate der amerikanischen Ausgabe vom Playboy. Morgens knuddeln, abends Eiskrem, so was liebt sie angeblich. Weitere Kennzeichen: 86-66-92. Cara Michelle wiegt nach eigenen Angaben 61 Kilogramm, verteilt auf 1,88 Meter. Viel Eiskrem wird sie sich da kaum gönnen können. Ein Arzt würde eher den Verdacht auf Magersucht äußern.

Peter Katzmarzyk und Caroline Davies von der York University in Ontario haben jetzt in aufopferungsvoller Kleinarbeit Maße und Gewichte sämtlicher Models untersucht, die zwischen 1978 und 1998 für den Playboy posiert haben. Legt man den so genannten Body Mass Index (BMI) zugrunde, hatten 70 Prozent von ihnen offenbar deutliches Untergewicht. Der BMI wird ermittelt, indem man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körperlänge (in Metern) teilt. Ein Index von 30 zum Beispiel gilt als Übergewicht, 19 bis 25 als normal. Unter 18 wird es bedenklich, alles unter 13 ist lebensgefährlich. Der BMI der Playmates lag im langjährigen Mittel bei 18,1, also hart an der Grenze zur Magersucht.

Mindestens 3,7 Millionen Menschen leiden hierzulande an Untergewicht, teilt dazu passend das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik mit und fordert die Medien auf, Menschen mit realistischeren Maßen abzubilden.

Aus derselben Quelle hören wir freilich, dass 60 Prozent der Deutschen Übergewicht mit sich herumschleppen, weil sie pausenlos Pommes rotweiß in sich hinein stopfen. Was nun? Soll man Dicke im T-Shirt vor die Kamera zerren, mit der Aufschrift: Bier formte diesen Körper?

Nicht nötig. Denn, so kommentiert das International Journal of Obesity die Arbeit der Playboy-Forscher, nur die Kluft zwischen Schein und Sein ist in den vergangenen 20 Jahren größer geworden. Die Angaben der Models blieben dieselben, obwohl der Rest der Bevölkerung stetig in die Breite ging. Nach ausführlicher Betrachtung des Materials kommen Katzmarzyk und Davies zu dem Schluss, die Abgebildeten machten nicht den Eindruck, sie seien unterernährt.

Anders als beim Boxen wird vor Nacktaufnahmen prinzipiell nicht nachgewogen.

Dass Cara Michelle lieber in der Fliegenklasse als im Halbschwergewicht kämpft, wird jeder verstehen, der ein Herz hat.