Partyfieber

Diesen Film muss man mögen, dafür gibt's Gründe genug. Etwa jenen Song, den jemand in einem scheinbar selbstvergessenen Moment vor sich hin singt, eine sanfte Melodie mit fesselnder Kraft. Und dann diese Party, so ausgelassen und schrill, wie man sie nie zuvor auf einer Leinwand sah. Da rückt die Polizei mit Trillerpfeifen an und bewirkt rein gar nichts. Weil alle restlos voll sind, ein Zustand, dem auch die Heldin mit Hingabe huldigt. Wobei dies weit mehr mit Unschuld zu tun hat denn mit Schamlosigkeit - und wir beim dritten Grund wären: der Hauptdarstellerin.

Schon in der Eingangsszene ist man ihr verfallen, obwohl sie ihre Augen hinter dunklen Gläsern verbirgt. Doch weil man ihre verletzliche Seele ahnt, hat sie schon gewonnen. Überhaupt verbirgt hier jeder und jede so viel wie irgend möglich. Ein Film der Masken und falschen Namen, ein Tanz um Schein und Sein. Eine Spezialität des Regisseurs, dessen geistreiche Komödien fast durchweg durch ihr Timing und ihre Pointen gefallen.

Die Hauptdarstellerin verdankte ihre Popularität ihrem ganz speziellen Charme. Halb Junge, halb Frau - so hatte sie eine Schriftstellerin beschrieben, die ihr den Weg in Hollywood anfangs geebnet hat. Mit dieser ersten großen Rolle war sie zum Idol von Millionen Teenagern geworden, die ihren Stil kopierten. Dass sie ihre Aura einer Form der Magersucht verdankte, wussten nur wenige. Sie hatte sich die Krankheit als junges Mädchen eingefangen, als sie sich aus Angst um ihr Leben mehr als drei Wochen ohne Nahrung versteckt hatte. Nach ihrem Abschied vom Glamour muss sie sich daran erinnert haben

jedenfalls engagierte sie sich fortan für eine ganz andere Sache. Wie heißt der Film mit dem Oscar-gekrönten Lied?

Preise:

Unter den richtigen Einsendungen werden fünf Videos des gesuchten Spielfilms verlost. Einsendeschluss ist der 27. Dezember 2000. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Anschrift: DIE ZEIT-Rätselredaktion, Postfach 10 68 08, 20045 Hamburg, oder per E-Mail an filmraetsel@zeit.de

Auflösung aus Nr. 51: Kolya (1996)

Partyfieber

Jan Sverák drehte 1996 den Film um einen russischen Jungen, der 1989 nach der Flucht seiner Mutter in den Westen in Tschechien bleibt. Und zwar bei dem Mann, der mit seiner Mutter aus Geldgründen eine Scheinehe einging. Nach vielen Anfangsschwierigkeiten nähern sich der Ersatzvater wider Willen und sein Ziehsohn an und entwickeln eine tiefe Bindung zueinander. Die Rolle des Vaters spielt Sveráks Vater Zdenek Sverák, der auch mit am Drehbuch schrieb

die Rolle des Kolya Andrej Chaimon. Der Film erhielt den Oscar als bester ausländischer Film. Die ARD zeigt ihn am 24.12. um 21.45 Uhr als Erstausstrahlung