Weihnachten steht vor der Tür. Zeit für eine Pause vom unbarmherzigen Alltagsstress, Zeit für Familie, Freunde, Feste und natürlich: Zeit für China - ja, China.

Wer in diesen Tagen noch schnell die letzten Weihnachtseinkäufe erledigt, wird es nicht weit haben, um auf China zu stoßen: der Großteil der Weihnachtsdekoration ist made in China. Gleiches gilt für Kinderspielzeug und zunehmend für warme Winterkleidung gegen unwirtliches Weihnachtswetter. Und nun - da China beharrlicher als zuvor an die Türen der Welthandelsorganisation WTO klopft - scheint sicher zu sein, dass es zur nächsten Weihnachtszeit sogar noch mehr Regalraum erobert haben wird.

Sei es, dass die Kleinen nach der neuesten Pokémon- oder Disney-Figur verlangen, sich den Roboterhund Robot Dog oder auch die neueste Tasche im Hello-Kitty-Look wünschen (oder das dazu passende Hello Kitty Handy - ja, das gibt es inzwischen auch). Vielleicht sind es auch MP3-Player, Sneakers oder die neuesten ultimativen Computerspiele. Immer ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Produkt aus einer chinesischen Fabrik kommt.

Es ist ein Trend, der sich im bevorstehenden Jahrzehnt rasch verstärken wird.

Im vergangenen Jahr beliefen sich Chinas Exporte auf etwa 300 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von fünf Jahren sollen es 600 Milliarden US-Dollar werden. Bereits jetzt ist China mit 33 Prozent Marktanteil der weltweit führende Spielzeughersteller. Von den 6000 Fabriken sind 4000 in Guangdong nahe Hongkong angesiedelt. Die meisten gehören Unternehmern aus Hongkong.

Das Erfolgsgeheimnis von Chinas Exportgeschäft sind nicht allein billige Konsumgüter, sondern zunehmend technisch fortgeschrittene Produkte und gute Qualität. Der letzte Schrei für Mädchen ist die interaktive Psychopuppe My Real Baby, die nicht nur lächelt, sondern auch schreit, weint und Bäuerchen macht. Ihr Blick folgt der Mami durch den Raum. Sobald man ihr den Finger in den Mund steckt, nuckelt sie daran. Streichelt man ihr den Bauch, kichert sie. Wird sie schlafen gelegt, schnarcht sie. Wuv Luv, eine Plüschtierdame im Gremlins-Look, kann mehr als sprechen: Richtig gehätschelt, gebärt sie ein Wuv-Luv-Baby und singt es in den Schlaf. Unfassbar!

In Indien seien Unternehmer ob der Exporterfolge Chinas in "Panik" ausgebrochen und hätten den Schutz heimischer Produkte verlangt, schrieb die Londoner Financial Times in der vergangenen Woche. Wenn China erst in derWTO ist, kann es sich wirkungsvoll dagegen wehren - einer der Gründe, warum das Land vollwertiges Mitglied der WTO werden und dafür den eigenen Markt öffnen will.