Drei, vier Kilo ermutigende Information: Das voluminöse Sachbuch Deutscher Stiftungen 2000, das in diesen Tagen erschienen ist, verbreitet Hoffnung auf die Bürgergesellschaft. Mit Zahlen und Statistiken belegt das Buch den Trend zu wachsendem persönlichen und kollektiven Engagement für die Gesellschaft. Der Stiftungsstandort Deuschland kann sich sehen lassen.

Rund zehntausend Stiftungen gibt es inzwischen in der Bundesrepublik. Und es werden immer mehr. Seit 1989 hat sich die Anzahl der Neugründungen auf etwa 400 pro Jahr verdoppelt. Das veränderte Stiftungsrecht dürfte dazu beitragen, dass sich das Gründungstempo weiter erhöht.

Gemessen an den staatlich finanzierten Wohltaten, mögen sich die "gestifteten" Leistungen immer noch unspektakulär ausnehmen. Aber besonders im lokalen und regionalen Umfeld gewinnen sie an Gewicht. Dafür spricht auch die Struktur der Stiftungen. Etwa 37 Prozent können jährlich bis zu hunderttausend Mark für ihre Zwecke ausgeben, 18,2 Prozent haben dafür zehn Millionen Mark und mehr zur Verfügung. In der Rangliste der Stiftungszwecke stehen soziale Aufgaben (31,19 Prozent) weit vor der Förderung von Wissenschaft und Forschung (16,20 Prozent), Bildung und Erziehung (14,19), Kunst und Kultur (13,77 Prozent) sowie Umweltschutz (5,10 Prozent).

Je wichtiger Stiftungen werden, umso mehr sollten sie dem Gebot der Transparenz unterliegen - schließlich hilft auch der Steuerzahler bei der Finanzierung. Doch das Verzeichnis leistet nicht nur einen Beitrag zu mehr Durchsichtigkeit, indem es die deutschen Stiftungen mitsamt ihren Aufträgen von A (125 Jahre Allemannia, die den Rudersport in Hamburg fördert) bis Z (Zwiener Stiftung, Jena, die für Völkerverständigung und Wahrung der Menschenrechte eintritt) vorstellt. Das Buch regt auch zur Nachahmung an. In einem Kapitel wird fein säuberlich aufgelistet, welche organisatorischen Schritte der Gründung vorausgehen müssen.

Verzeichnis deutscher Stiftungen Hrsg. v. Bundesverband deutscher Stiftungen e. V.

Hoppenstedt GmbH, Darmstadt 2000

1253 S. mit Anhang, 245,- DM