Alles über die kleinen Dinger, ohne die zu Weihnachten nichts geht

Die dunklen, vermatschten Weihnachtstage verkürze ich mir traditionell damit, über die wirklich verzwickten Fragen zu grübeln: Woher kommen wir, wohin gehen wir, wann werde ich reich? Wie viel Schmerz fühlt unser Christbaum?

Schließlich: Was ist Leben? Erst neulich wieder, in einer Kaserne der US-Armee in Schweinfurt, Tatort Postamt: Im Inneren eines der vielen hundert Päckchen surrt und zuckt es, bis der Angestellte in Panik die Polizei alarmiert. Die öffnet das Paket - Geschenksendung an einen GI - und findet fünf Vibratoren. Einer davon hat sich, so der Polizeibericht, selbst eingeschaltet.

Selbst eingeschaltet. Oft genug habe ich Ähnliches erlebt, zuletzt in der Nacht zum dritten Advent. Da hat mich eines unserer sieben Spielzeughandys aus dem Traum gerissen mit seiner digitalen Insektenstimme: Information, may I help you? Klar doch, antwortete ich schlaftrunken, besonders jetzt zur Weihnachtszeit, wenn die batteriebetriebenen Gaben der Nächstenliebe unsere Kinderfamilie von überall her heimsuchen: klingende Weihnachtskarten, Eisenbahnen, Feuerwehren, Walkman, Discman, Spiderman, das Keyboard mit der Sing A Long-Funktion. Dabei leben in unserer Wohnung schon heute mehr Batterien als Hausstaubmilben, denke ich, und von denen weiß man ja, dass alleine auf einem Stoffteddy einige tausend hausen.

Mein besonderes Verhältnis zu Batterien habe ich als Achtjähriger gewonnen, nachdem ich mein Physik-Experimente-Set über Monate unbeachtet im Bettkasten hatte liegen lassen. Eine braune Pampe aus Kupfer-(II)-Sulfat und ausgelaufenem Batteriesaft hatte sich tief in die Füllung meiner Winterdecke gefressen (Vergleichbares habe ich erst 1979 wieder gesehen, in Ridley Scotts Alien). Nicht viel später geschah die Geschichte mit meinem Hamster, seinem Laufrad und den vier hintereinander geschalteten Magnumbatterien, die ich zur Erzielung einer höheren Entladespannung in Reihe geschaltet hatte

dafür gab es Riesenärger.

Fast hätten sie ihm den Schritt verwüstet